Sonntag, 31. Mai 2020

EXKLUSIV Schulterschluss der Discounter Aldi Nord und Süd rücken eng zusammen

Aldi Süd und Aldi Nord: Die beiden Discounter wollen einen einheitlich gesteuerten Verbund schaffen.
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Aldi Süd und Aldi Nord: Die beiden Discounter wollen einen einheitlich gesteuerten Verbund schaffen.

Die seit mehr als zwei Jahren geplante engere Zusammenarbeit von Aldi Süd und Nord soll deutlich weitreichender werden als bislang bekannt. Aus den seit 1961 getrennten Discountern entsteht nach Informationen des manager magazins ein einheitlich gesteuerter Verbund, mit nahezu identischen Organisationsstrukturen und gleichem rechtlichen Rahmen. Kombiniert beschäftigt die Gruppe weltweit 210.000 Menschen, macht gut 100 Milliarden Euro Bruttoumsatz und betreibt 11.000 Filialen auf vier Kontinenten.

Ein Protokoll von Spitzenmanagern unter dem Titel "Kooperation Aldi Nord - Aldi Süd" hält fest, dass "alle Sortimente und Abläufe" harmonisiert werden. Zudem sollen "sämtliche Leistungen im Einkauf und den Dienstleistungsabteilungen Qualitätswesen, Corporate Responsibility, Werbung, Logistik usw. nur noch einmal" erbracht werden. Ziel des Projekts ist die "Verringerung von Redundanzen bis hin zu einer gesellschaftsrechtlichen Verflechtung." Eine Zusammenlegung von Aufgaben in einer Dienstleistungsgesellschaft wird geprüft.

Inzwischen agieren die Handelszwillinge auf wichtigen Feldern bereits im Gleichschritt: Sie vertrauen auf dieselbe Mediaagentur, stimmen die Werbung und das Marketing ab, bündeln die Beschaffung und vereinheitlichen die Eigenmarken.

Mit dem Schulterschluss reagieren die Discount-Schwestern auf den harten Wettbewerb in Deutschland. Aldi Süd kommt auf dem Heimatmarkt nur mit Mühe über eine schwarze Null hinaus, der Norden schreibt seit 2018 gar Verluste. Besser laufen in der Regel die Auslandsmärkte. Aldi Nord will deswegen nach Südamerika expandieren und prüft gerade, über welches Land der Einstieg erfolgen soll.

Noch nicht ausdiskutiert ist, ob die jeweiligen Eigentümerfamilien ihren Besitz, der in Stiftungen liegt, zusammenführen wollen. Rein theoretisch könnten die Gesellschafter mit entsprechenden Mehrheiten ihre Stiftungen auflösen. Auch das deutsche Kartellamt dürfte gegen eine Fusion keine Einwände erheben, weil beide Konzernteile der gleichen Sippe gehören.

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