Aldi ändert Zuständigkeiten im Koordinierungsrat Aldi zieht aus schwachem Deutschland-Geschäft Konsequenzen

Im Krieg der Discounter wird Lidl an Aldi vorbeiziehen. Das schwache Deutschland-Geschäft will die Inhaberfamilie jetzt aber offenbar nicht mehr länger dulden - und zieht auch im höchsten Gremium der Gruppe personelle Konsequenzen.
Bei Aldi Süd hat sich viel verändert: Jetzt auch die Zuständigkeit für das schwächelnde Deutschland-Geschäft im höchsten Gremium des Discounters

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Die Inhaberfamilie des Aldi-Konzerns scheint das schwächelnde Deutschland-Geschäft nicht mehr länger billigen zu wollen. Insbesondere bei Aldi Süd blicken die Eigentümer kritisch auf die Entwicklung und ziehen jetzt nach einem Bericht der "Lebensmittel-Zeitung"  (kostenpflichtig) Konsequenzen.

Nachdem der Discounter zunächst den Verwaltungsrat neu aufgestellt hatte, würden nun auch die Zuständigkeiten im Koordinierungsrat verändert, schreibt die Zeitung. Demzufolge soll Michael Kloeters nun die Verantwortung für das Deutschland-Geschäft von Robert Ochsenschläger übernehmen. Anders als ursprünglich geplant , soll Ochsenschläger aber im höchsten Gremium der Unternehmensgruppe bleiben und künftig für das Geschäft in den USA und England zuständig sein. Für diese Regionen sowie Australien zeichnete bislang Kloeters verantwortlich. Die Verantwortung für das Australien-Geschäft soll dem Bericht zufolge Sprecher Norbert Podschlapp übernehmen.

Der Discounter könne trotz zahlreicher Gegenmaßnahmen nicht mit dem Markt Schritt halten. In Deutschland hätten weder die zahlreichen Markenlistungen noch die intensiven Werbeaktivitäten den erhofften Wachstumsschub gebracht. Dem Bericht zufolge vermuteten Aldi-Kenner, dass der Wechsel der Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit der operativen Entwicklung des Discounters steht.

Aldi Süd wächst kaum noch und fällt hinter Aldi Nord zurück

Die Umsatzentwicklung des Discounters werde 2016 nach aktuellem Stand bei einer "schwarzen Null" liegen, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Damit würde Aldi Süd schlechter als der Markt abschneiden. Dem traut die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nach jüngsten Zahlen ein Wachstum von 1,7 Prozent zu. Taktgeber im Discount-Markt sei nach wie vor Lidl.

Beim Umsatz wird Lidl mit mehr als 70 Milliarden Euro in diesem Jahr am Dauerrivalen Aldi vorbeiziehen, wie das manager magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet.

Doch auch im internen Vergleich mit Aldi Nord schneide Aldi Süd mittlerweile schlechter ab, stellt die "Lebensmittel-Zeitung"  fest. Hatten die Mülheimer bislang meist die Nase vorn, weise Aldi Nord in diesem Jahr die besseren Wachstumsraten auf, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Kenner des Unternehmens. Die schwächere Umsatzentwicklung in Deutschland falle umso mehr auf, als in den Auslandsmärkten Großbritannien, Australien und USA inzwischen eine glänzende Entwicklung zu verzeichnen sei.

Aldi Süd nennt für die schwächere Umsatzentwicklung eine mögliche Erklärung: In diesem Frühjahr hatte der Discounter mit einer umfangreichen Modernisierung der Filialen begonnen. "Mit Blick auf den Umsatz machen sich hierbei die Filialschließungen bemerkbar, die je nach baulichen Voraussetzungen zwischen fünf Tagen und fünf Wochen liegen", teilte das Unternehmen laut LZ dazu mit. Im Umfeld des Discounters seien dagegen kritischere Stimmen zu hören. "Bei dem Aufwand hätte man sich eigentlich mehr erwartet", zitiert die Zeitung einen Insider.

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rei

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