Discounter mit neuen Plänen Aldi bereitet Einstieg in Online-Lebensmittelhandel vor

Der größte deutsche Lebensmitteldiscounter kann sich dem Trend zum Online-Shopping offenbar nicht mehr entziehen. Gemeinsam bauen Aldi Nord und Aldi Süd jetzt ihre E-Commerce-Aktivitäten aus.
Bald nicht mehr zu Fuß: Bei Aldi Einkaufen gehen

Bald nicht mehr zu Fuß: Bei Aldi Einkaufen gehen

Foto: Roland Weihrauch/ picture alliance / dpa

Bisher hatte das Aldi-Management Lebensmittel-Lieferungen für verlustbringend gehalten und sich beim Thema E-Commerce zurückgehalten. Nun scheint man beim Discounter die Meinung geändert zu haben: Aldi Nord und Aldi Süd wollen den Weg in den E-Commerce gemeinsam gehen und haben dafür erstmals eine gemeinsame Gesellschaft gegründet. Damit soll nicht nur das Nonfood-Angebot im Netz ausgebaut werden, sondern auch der Einstieg in den Online-Lebensmittelhandel gelingen, wie die "Lebensmittel Zeitung" ("LZ") am Donnerstag berichtet. 

Der Händler habe sein bislang in Nord und Süd getrenntes Online-Angebot "Aldi liefert" unter einem Dach zusammengefasst, berichtet die "LZ" weiter. Ziel sei es laut Aldi, einen "einheitlichen Onlineshop ohne regionale Differenzierung" zu schaffen. An dem gemeinsamen Joint Venture, der Aldi E-Commerce Verwaltungs GmbH, sind Nord und Süd zu je 50 Prozent beteiligt. Je einen Geschäftsführer entsenden die Discounter. Für Aldi Nord kommt Moritz Scheffler, der zuvor Global Sales Manager bei Henkel war. Aldi Süd entsendet Kai Schmidhuber, vor seinem Antritt bei Aldi Süd im Juni 2020 für Digitalisierung bei L’Oréal zuständig.

"Aldi liefert" - bald auch Frisches

Bisher gibt es bei "Aldi liefert" fast nur Nonfood-Artikel wie Elektronik oder Haushaltsartikel zu kaufen. Nun sollen auch Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs hinzukommen, so die "LZ".

Aldi Süd bereitet den Einstieg in den E-Commerce bereits mit einer groß angelegten, zukunftsweisenden technischen Umstellung vor. Der Dicounter betreibt rund 10.000 Filialen in 20 Ländern und führt dort nun schrittweise ein global standardisiertes IT-System ein. Die Digitalisierungsoffensive soll rund 1,5 Milliarden Euro kosten, berichtet das Portal Retail Detail. 

Der Onlinehandel mit Lebensmitteln ist kein einfaches Geschäft. Lidl hat sein Liefer-Angebot von Kochboxen wieder eingestellt, der Lieferservice von Rewe ist unprofitabel, selbst Amazon mit seinem Angebot "Amazon Fresh" ist kein Selbstgänger. Für einen Discounter mit niedrigpreisigen Artikeln wie Aldi dürfte es noch schwieriger sein, online Gewinne zu erzielen.

Auch in anderen Ländern, wie etwa Großbritannien, hat Aldi bereits mit Click & Collect und Lieferung über externe Unternehmen begonnen. Dies könnte darauf hindeuten, dass Aldi seine Position zum Online-Einkauf von Lebensmitteln überdenkt.

cs/dpa-afx, Reuter
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