Montag, 21. Oktober 2019

Achenbach-Prozess Aldi-Erben fordern fast 20 Millionen von Kunstberater

Kunstberater Achenbach (2012): 72 Millionen Euro für Oldtimer

Mit überhöhten Preisen soll der Kunsthändler Helge Achenbach Kunden um Millionen geprellt haben. Zu den Geschädigten gehörte auch der verstorbene Aldi-Gründer Theo Albrecht. Seine Erben fordern nun 19,4 Millionen Euro Schadenersatz.

Düsseldorf - Im Prozess gegen den Kunstberater Helge Achenbach fordern fünf Erben von Berthold Albrecht 19,4 Millionen Euro Schadenersatz. Der Sohn des verstorbenen Aldi-Gründers Theo Albrecht war einer der Kunden, denen Achenbach Kunstwerke zu deutlich überhöhten Preisen verkauft haben soll. In dem Zivilprozess am Düsseldorfer Landgericht wird am 11. November erstmals verhandelt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin richten sich die Forderungen gegen Achenbach und zwei seiner Unternehmen, die sich in Insolvenzverfahren befinden.

In der Klageschrift heißt es, Achenbach habe beim Ankauf von Kunstwerken und Oldtimern betrogen und Berthold Albrecht höhere Kaufpreise berechnet als er tatsächlich zahlte. Dadurch sei auch die vereinbarte Provision üppiger ausgefallen. Achenbach habe für insgesamt 121 Millionen Euro Wertgegenstände für Albrecht angekauft.

Der Aldi-Erbe hatte demnach mehr für alte Autos übrig als für Kunst: 72,7 Millionen Euro gab er für Oldtimer aus, 48 Millionen Euro für Kunst. Für letztere sei für Achenbach eine Provision von fünf Prozent und für Oldtimer eine von drei Prozent vereinbart gewesen. Achenbach sitzt wegen der Betrugsvorwürfe in Untersuchungshaft. Ihm droht neben dem Zivilverfahren noch ein Strafprozess.

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