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Ranking: Die größten Lebensmittelhändler

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Discounter bezahlt Bloggerin Wie man mit Aldi Geld verdient

Was das Image angeht, hat der Discounter Aldi hierzulande nett gesagt noch Raum nach oben. Zwar schätzen die deutschen Kunden das Preis-Leistungs-Verhältnis der Kette - und dessen Bemühungen, das einst sehr reduzierte Warenangebot ständig zu erweitern. Was Offenheit und Transparenz angeht, hat der Discounter hingegen Aufholbedarf. Ein Grund auch, warum er - nachdem Konkurrent Lidl mit einer Markenoffensive vorangeschritten war - im abgelaufenen Jahr seine erste Imagekampagne startete.

Im Ausland ist Aldi da schon weiter. Der Discounter plant ab 2016 einen Webshop in Großbritannien, wo er und sein Wettbewerber Lidl in den vergangenen Jahren den etablierten Supermärkten massiv Marktanteile abgenommen haben.

In den USA betreibt Aldi zudem einen eigenen Blog mit Rezept-, Haushaltstipps und Gewinnspielen.

Und auch in Australien, wo Aldi Süd seit 2001 präsent ist, greift die Kette zu Mitteln, die in Deutschland kaum mit dem Discounter assoziiert werden dürften. Er bezahlt eine Frau dafür, dass sie Aldi-Produkte auf ihrer Seite rezensiert , andere Kunden dazu aufruft, selbst über ihre Erfahrungen zu berichten - und den Discounter danach mit wöchentlichen Zusammenfassungen des Kundenfeedbacks beliefert.

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Wieviel "Aldi-Mum"  Sam Jockel für ihre Dienste bekommt, verrät die dreifache Mutter nicht. Die geschäftstüchtige Mittdreißigerin, die sich selbst als eingefleischten Aldi-Fan bezeichnet, betreibt im Netz gleich eine ganze Reihe unterschiedlicher Foren und beherrscht die Social-Media-Klaviatur aus dem Effeff.

In Australien scheint die Kundennähe zu funktionieren. Aldi selbst hat dort mehr als 300.000 Facebook-Fans, Aldi-Mum auf Facebook weitere knapp 100.000.

Und auch sonst scheint sich das Konzept, über soziale Medien das eigene Produktangebot ins rechte Licht zu rücken, auszuzahlen. In den rund 14 Jahren seit dem Start in Australien hat sich der Discounter bereits einen Marktanteil von mehr als 11 Prozent erarbeitet. Und seinen Vorsteuergewinn zwischen 2010 und 2013 mehr als verdoppelt.

Deutschland bleibt weiter offline

In Deutschland ist es indes mit der Online-Präsenz nicht weit her. Zwar unterhält Aldi Süd auch hierzulande seit 2013 eine Facebookseite und gibt seit 2015 auch ein eigenes Kundenmagazin heraus.

Hoffnungen auf einen Onlineshop wie ihn Konkurrent Lidl betreibt und aktiv vorantreibt, machte der Discounter zuletzt nicht. Aktuell sehe man keine Möglichkeit, das für Aldi typische sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis in einem Online-Shop umzusetzen, heißt es auf der Aldi-Süd-Internetseite.

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Konkurrent Lidl jedenfalls hat hier schon zur Aufholjagd gegenüber den Supermärkten wie Edeka und Rewe angesetzt. Der Discounter betreibt bereits seit längerem einen Webshop in Deutschland und will diesen Presseberichten zufolge auch auf Belgien und die Niederlande ausweiten.

Um Amazon auf Abstand zu halten, bietet Lidl seit kurzem zudem so genannte Vorratsboxen an, mit denen sich Verbraucher Lebensmittel und Drogerieartikel bequem nach Hause schicken lassen können. Und kürzlich übernahm Lidl auch noch den Kochboxenversender Kochzauber.

Bleibt abzuwarten, wie lange Aldi angesichts dieses Drucks und der positiven Erfahrungen aus Übersee seine Online-Verweigerungshaltung aufrecht erhält.