Weniger Umsatz, weniger Gewinn Adidas warnt vor niedrigeren Gewinnen wegen Lockdowns in China

Rückschlag für Adidas-Chef Rorsted: Nach einem Gewinneinbruch im ersten Quartal muss der Konzern seine Ziele für das Gesamtjahr zurückschrauben. Vor allem die Lockdowns in vielen chinesischen Städten verderben dem Sportartikelhersteller das Geschäft.
Probleme in China: Wegen der Lockdowns lahmt das Geschäft

Probleme in China: Wegen der Lockdowns lahmt das Geschäft

Foto: ALEX PLAVEVSKI/EPA-EFE/REX

Der Optimismus bei Adidas schwindet, der Konzern unter Führung von Vorstandschef Kasper Rorsted (60) muss seine Ziele für das laufende Jahr zurückschrauben. Grund dafür ist das Geschäft auf dem einstigen Wachstumsmarkt China, das unter Boykottaufrufen gegen westliche Marken und den neuerlichen Corona-Lockdowns in großen Städten leidet. Dort brach der Umsatz in den ersten drei Monaten um 35 Prozent ein, teilte Adidas am Freitag mit. Weltweit schrumpfte der Umsatz währungsbereinigt um drei Prozent auf 5,3 Milliarden Euro - der erste Rückgang seit dem Corona-Sommer 2020, wie eine Sprecherin sagte.

Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft ging um 38 Prozent auf 310 Millionen Euro zurück. In China erwirtschaftet Adidas traditionell die höchsten Renditen. Dort werde der Umsatz 2022 aber stark sinken. manager magazin hatte bereits im Februar über diese drohende Entwicklung berichtet. 

Rorsted macht auch Abstriche bei der Marge

Für das Gesamtjahr rechnet Adidas nun nur noch mit einem Umsatzzuwachs im unteren Bereich der anvisierten Spanne von elf bis 13 Prozent, und auch der Gewinn werde eher bei 1,8 Milliarden als am oberen Ende der Spanne liegen, die bis 1,9 Milliarden Euro reichte. Auch bei der operativen Marge muss Adidas Abstriche machen: Sie werde auf dem Vorjahresniveau von 9,4 verharren statt auf bis zu elf Prozent steigen.

Vorstandschef Rorsted sprach von "ernsten externen Herausforderungen". "Wir bleiben agil, werden aber unsere langfristigen Wachstumsmöglichkeiten nicht für kurzfristige Gewinnoptimierung aufs Spiel setzen."

Adidas leidet wegen der langen Lieferzeiten auch noch unter den Nachwirkungen des monatelangen coronabedingten Produktionsstillstands in Süd-Vietnam im Herbst, wo einige der wichtigsten Fabriken für Adidas-Schuhe und Bekleidung stehen. Allein im ersten Quartal habe das 400 Millionen Euro Umsatz gekostet, im zweiten Quartal dürften es 200 Millionen sein.

Experten erwarten indes, dass die Lieferketten von Asien nach Europa wegen der Lockdowns in China noch lange gestört bleiben und damit auch deutlich weniger Ware in Europa ankommen dürfte.

Im laufenden Quartal will Adidas wieder "auf den Wachstumspfad zurückkehren". Rorsted setzt nun auf das zweite Halbjahr, in dem der Umsatz weltweit um mehr als 20 Prozent steigen soll, um die Ziele zu erreichen. Dabei sollen das Geschäft in Europa und den USA, neue Produkte und sportliche Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft im Winter in Katar helfen.

rei/Reuters, dpa-afx