Montag, 6. April 2020

Igor Landau geht, Thomas Rabe steigt auf, Christian Klein zieht ein Bertelsmann-Chef Rabe soll Adidas-Aufsichtsrat führen

Thomas Rabe: Vorstandschef beim Medienkonzern Bertelsmann und künftig auch Aufsichtsratschef bei Adidas. Manche Kritiker halten die Belastung in zwei so bedeutenden Positionen für zu groß

Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe soll von Mitte Mai an auch den Aufsichtsrat vom Adidas führen. Das Aufsichtsgremium wolle Rabe nach der Hauptversammlung am 14. Mai zum Nachfolger seines langjährigen Chefs Igor Landau wählen, teilte der Sportartikelkonzern am Donnerstag mit.

Neu in den Aufsichtsrat von Adidas soll der neue Co-Chef von SAP, Christian Klein, einziehen. Der 39-Jährige ersetzt dort Landau, der aus Altersgründen gehen muss.

Rabes Aufstieg hatte sich abgezeichnet: Um sich auf den Nebenjob bei Adidas konzentrieren zu können, hatte der 54 Jahre alte Manager nach seinem Einzug in das Gremium im vergangenen Jahr andere Mandate abgegeben, darunter den Chefposten im Aufsichtsrat von Symrise. Er gilt als sportbegeistert.

Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted war im Gegenzug aus dem Bertelsmann-Aufsichtsrat ausgetreten, damit sich beide nicht gegenseitig beaufsichtigen. Der 75-jährige Franzose Landau - ehemals Vorstandschef des Chemieriesen Aventis - hatte seinen Rückzug im vergangenen Jahr angekündigt. Er gehört dem Gremium seit 2004 an und hatte fünf Jahre später den Vorsitz übernommen. Rabe war bisher sein Stellvertreter.


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"Ich bin davon überzeugt, dass Thomas Rabe den Aufsichtsratsvorsitz hervorragend ausfüllen und das Gremium in dieser Rolle mit seiner großen Führungs-, Digital- und Finanzkompetenz bereichern wird", sagte Landau.

Einflussreiche Aktionärsberater sehen es allerdings kritisch, wenn aktive Manager von Großkonzernen arbeitsaufwendige Aufsichtratsposten bei anderen Firmen übernehmen.

rei/Reuters

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