Sonntag, 31. Mai 2020

Corona-Krise trifft Sportartikler Adidas stoppt Aktienrückkauf und meldet Kurzarbeit an

Geschlossener Adidas-Laden in Berlin: Der Sportartikler hat sein Aktienrückkaufprogramm gestoppt
Odd ANDERSEN / AFP
Geschlossener Adidas-Laden in Berlin: Der Sportartikler hat sein Aktienrückkaufprogramm gestoppt

Der Sportartikelhersteller Adidas stoppt angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sein laufendes Aktienrückkaufprogramm. Damit solle die finanzielle Flexibilität des Unternehmens im derzeitigen Umfeld erhalten werden, teilte der Dax-Konzern am Dienstag in Herzogenaurach mit. Adidas hatte bereits Mitte März die diesjährige Tranche des Programms vorübergehend ausgesetzt - unmittelbar nach Beginn der Einzelhandelsschließungen in Europa und Nordamerika. Nun habe der Vorstand beschlossen, den Rückkauf für den Rest des Jahres formell zu stoppen. Insgesamt wollte Adidas in diesem Jahr für bis zu einer Milliarden Euro eigene Aktien zurückkaufen.

Adidas hatte zuletzt bereits Mietzahlungen für seine Läden gestoppt und damit eine Welle der Empörung ausgelöst. Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted stellte später klar, der Sportartikelkonzern wolle privaten Vermietern seiner Läden unverändert die Miete zahlen. "Nur im Ausnahmefall sind unsere Vermieter Privatpersonen; wir haben sie ausgenommen, sie werden ihre April-Miete wie gewohnt erhalten", sagte Rorsted in einem Interview.

Zudem hat Adidas für zunächst 1200 Mitarbeiter in Deutschland Kurzarbeit angemeldet. Der Vereinbarung mit den Betriebsräten zufolge sollen die Beschäftigten in den eigenen Adidas-Geschäften sowie in der Produktion in Uffenheim und Scheinfeld von Mittwoch an Überstunden abbauen, bezahlten Urlaub nehmen und kurzarbeiten, wie Adidas am Dienstag in Herzogenaurach mitteilte. "Für weitere Standorte und Berufsgruppen befinden wir uns mit den zuständigen Betriebsräten im Austausch", hieß es in der Mitteilung weiter.

Adidas' Läden sind bereits seit fast zwei Wochen auf Geheiß der Behörden geschlossen. Der fränkische Rivale Puma hatte bereits vor einer Woche bis Ostern Kurzarbeit für rund 1400 Mitarbeiter angemeldet.

luk / dpa, dpa-afx, Reuters

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