Rorsted senkt Prognosen erneut Trennung von Kanye West belastet Adidas massiv

Adidas muss nach dem Ende der Kooperation mit dem Rapper Kanye West, die hochpreisige Yeezy Sportschuhe hervorbrachte, die Prognosen erneut senken. Das betrifft sowohl die Margen als auch den Umsatz.
Adidas hat Prognosen gesenkt: Da das Geschäft mit den Produkten des Musikers Kayne West im vierten Quartal wegfällt

Adidas hat Prognosen gesenkt: Da das Geschäft mit den Produkten des Musikers Kayne West im vierten Quartal wegfällt

Foto: JEAN-BAPTISTE LACROIX / AFP

Der scheidende Adidas-Chef Kasper Rorsted (60) legt zum letzten Mal die Bilanz vor, bevor am 1. Januar der bisherige Puma-Vorstandschef Björn Gulden (57) den Vorstandsvorsitz übernimmt (manager magzain berichtete exklusiv über die Top-Personalie ) Die Wochen bis dahin überbrückt Finanzvorstand Harm Ohlmeyer am Adidas-Ruder. Und Rorsted muss wegen der beendeten Partnerschaft mit dem umstrittenen US-Rapper Kanye West (45) die Umsatz- und Margenprognose überraschend noch einmal senken.

Da das Geschäft mit den Produkten des Musikers im vierten Quartal wegfällt und dieses traditionell zum Jahresabschluss besonders stark ist, rechnet Adidas beim Umsatz jetzt nur noch mit einem um Währungseffekte bereinigten Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die operative Marge werde jetzt nur noch bei 2,5 Prozent erwartet, teilte das im Dax notierte Unternehmen am Mittwoch in Herzogenaurach mit. Zuletzt hatte der Konzern ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Marge von 4,0 Prozent in Aussicht gestellt.

Die Partnerschaft mit dem US-Rapper hat in der Adidas-Zentrale jahrelang für gute Stimmung gesorgt. Das gemeinsame Yeezy-Projekt sei "eine der erfolgreichsten Kollaborationen in der Geschichte unserer Industrie", frohlockte Vorstand Brian Grevy (52) in einem firmeninternen Post Anfang Oktober. Dennoch sah sich Adidas gezwungen, die Kooperation aufgrund von antisemitischen Äußerungen von West zu beenden.

Probleme in China

Adidas hatte erst am 20. Oktober vor allem wegen der Probleme in China und der Kaufzurückhaltung infolge der hohen Inflation wieder einmal die Umsatz- und Margenprognosen gesenkt und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt. Wenige Tage danach musste das Unternehmen die Partnerschaft mit Kanye West unter anderem wegen antisemitischer Äußerungen des US-Rappers beenden. Damals hatte Adidas bereits mitgeteilt, dass dieser Schritt das Ergebnis mit rund 250 Millionen Euro belasten werde und die Prognose für den Überschuss aus fortgeführten Geschäft noch weiter reduziert werden müsse.

Das Unternehmen, das vor einem Wechsel an der Konzernspitze steht, geht im laufenden Jahr nun beim Gewinn aus fortgeführten Geschäft von 250 Millionen Euro aus statt von 500 Millionen Euro wie Mitte Oktober erwartet.

sio/dpa
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