Vor Fußball-WM in Russland Adidas-Chef sieht Sanktionen gegen Russland kritisch

Adidas-Chef Kasper Rorsted

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Geht es um die Interessen des eigenen Unternehmens, hat Adidas-Chef Kasper Rorsted keine Berührungsängste vor Staatsmännern und der Politik. So posierte er im vergangenen Sommer zum Gruppenfoto mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping und Angela Merkel anlässlich eines deutsch-chinesischen Freundschaftsspiels jugendlicher Kicker.

Wenige Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat der Chef des Sportartikelherstellers nun für eine Verbesserung der Beziehungen zu Moskau plädiert. Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) sagte er: "Wer glaubt, wir bestrafen mit Sanktionen nur Russland, der irrt. Auch im Westen sind viele Arbeitsplätze dadurch verloren gegangen. Den Effekt unterschlägt die Politik nur gerne."

Seit 2014 haben Deutschland und die anderen Staaten der Europäischen Union Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Wichtigster Anlass war die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim nach einem vom Westen nicht anerkannten Referendum. Diverse Sanktionen wurden immer wieder verlängert, zuletzt am 28. Juni 2017 die sektoralen Wirtschaftssanktionen bis zum 31. Januar 2018.

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Auf die Frage, ob er für die Aufhebung der Sanktionen sei, erklärte Rorsted: "So habe ich das nicht gesagt. Ich fordere nur: Wir müssen eine Lösung für das angespannte Verhältnis zu Russland finden." Man könne sich nicht auf Jahre feindselig gegenüberstehen. Er erinnerte daran, dass der russische Präsident Wladimir Putin vor zehn Jahren für einen "freien Markt von Portugal bis Moskau" plädiert habe.

Mit Blick auf die Weltlage von Nordkorea bis zum Flüchtlingsproblem in Afrika "wäre es ganz gut, ein paar Verbündete zu haben", sagte Rorsted. Russland mache weniger als 3 Prozent des Adidas-Umsatzes aus. Der Konzern habe aber "hervorragende Mitarbeiter dort". Er finde: "Kulturell liegen die Russen Europa viel näher als andere."

rei/dpa-afx
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