Freitag, 19. April 2019

Fanatics-Chef Michael Rubin Dieser Mann lehrt Adidas und Nike das Fürchten

Fanatics: Der neue Angstgegner von Adidas und Nike
AFP

4. Teil: Was für Adidas und Nike übrig bleibt

Ein Schachzug, der künftig einen Großteil der Merchandising-Einnahmen der Liga in Fanatics-Tasche spülen wird - und Adidas, Nike und Under Armour immer mehr auf den Platz verdrängt.

Diese Woche erst verkündete die NFL, die Merchandising-Rechte, die bislang Nike innehatte, ab 2020 zwischen Nike und Fanatics aufzuteilen. Künftig ist Nike dann nur noch für die Trikots auf dem Platz verantwortlich. Den Rest der Fanartikel produziert und verkauft dann Fanatics. Für die NFL eine Win-Win-Situation: Zum einen profitiert sie von dem durch den Fast-Fashion-Ansatz zu erwartenden Absatzplus, da ein Teil des Verkaufspreises in ihre Tasche fließt. Zum anderen ist die Liga seit 2017 an Fanatics mitbeteiligt.

Ein Konzept, wie es ähnlich bei der Major League Soccer (MLS) greift. Dort ist Adidas von der neuen US-Fanartikel-Macht auf den Platz vedrängt worden. Zwar verlängerten die Herzogenauracher im vergangenen Jahr für angeblich rund 700 Millionen Dollar in ihrem größten US-Fußball-Deal ihrer Geschichte ihren Ausrüstervertrag mit der Major League Soccer (MLS) um weitere sechs Jahre - und sicherten sich damit die Ausrüsterrechte auf dem Platz. Die Rechte für die Produktion von Fan-Ausrüstung von T-Shirts über Hoodies und Schals sicherte sich aber Fanatics - und bekam damit auchRechte zugeschlagen, die zuvor bei den Deutschen lagen.

Bei der Baseball-Liga, die ebenfalls bei Fanatics eingestiegen ist - soll Under Armour, wenn alles wie geplant läuft und nicht Nike wegen der aktuellen Schwäche Under Armours den Deal noch übernimmt - eigentlich ab 2020 offizieller Ausrüster auf dem Feld werden. Die Trikots für Under Armour fertigt aber ebenfalls Fanatics - was das Stück am MLB-Kuchen noch etwas größer werden lässt.

Bislang erzielt das Unternehmen den Großteil seines Geschäftes noch in den USA - nur etwas zehn Prozent des Umsatzes stammten 2017 aus dem Ausland. Doch angesichts der letzten Finanzierungsrunden sind Rubin und sein Team zur globalen Expansion entschlossen. Künftig soll rund die Hälfte des Umsatzes im Ausland erzielt erwirtschaftet werden, verkündete das Unternehmen. Der Jahresumsatz soll sich auf 10 Milliarden Dollar vervielfachen - bis wann ließ der Konzern allerdings offen.

Bislang habe man, was die internationalen Möglichkeiten angehe, "nur an der Oberfläche gekratzt", erklärte Rubin nach dem Milliarden-Investment der Softbank. Von nun an wolle man um ein Vielfaches wachsen.

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