Geschäft in China brummt Adidas mit Umsatz- und Gewinnsprung

Adidas schraubt die Prognosen für Umsatz und Gewinn deutlich in die Höhe. Vor allem das Geschäft in China brummt. Die Aktie springt.
Adidas: Der Drei-Streifen-Konzern legt im ersten Quartal erhebliches Tempo vor

Adidas: Der Drei-Streifen-Konzern legt im ersten Quartal erhebliches Tempo vor

Foto: Tilo Wiedensohler / imago images/Camera 4

Der Sportartikelhersteller Adidas hat im ersten Quartal ein kräftiges Wachstum verzeichnet. So stiegen die Erlöse um 20 Prozent auf knapp 5,3 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Währungsbereinigt betrug das Plus 27 Prozent. Dabei profitierte der Konzern von einer starken Entwicklung in China. "Wir haben hervorragende Umsatzzuwächse sowie starke Profitabilitätsverbesserungen erreicht", sagte Adidas-Chef Kasper Rorsted (59) am Freitag. "Wir passen unseren Ausblick für das Gesamtjahr 2021 nach oben an." Adidas erwarte nun einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im hohen Zehnprozentbereich. Bisher hatte der Konzern einen Anstieg um 15 bis knapp 20 Prozent in Aussicht gestellt.

Für Adidas machte sich dabei bezahlt, dass der Konzern stärker auf den Verkauf über eigene Online-Kanäle, die in der Corona-Krise einen Schub erhielten, und eigene Läden setzt - sie sind für den Konzern lukrativer als der Verkauf über den Einzelhandel. Im Direktvertrieb kletterten die Erlöse im ersten Quartal um 31 Prozent und machten mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Die E-Commerce-Umsätze stiegen um 43 Prozent, nach 35 Prozent im Vorjahresquartal.

Die Anleger zeigten sich offenbar überzeugt: Im frühen Handel legte die Aktie von Adidas  um 6 Prozent auf 272 Euro zu und waren damit der größte Gewinner im Dax. In ihrem Fahrwasser gewannen die Papiere des Konkurrenten Puma  rund 2 Prozent.

Auch die Profitabilität verbesserte sich deutlich, nachdem im Vorjahr erstmals die Corona-Pandemie erheblich belastet hatte. So stieg das Betriebsergebnis von 48 Millionen auf 704 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben im fortgeführten Geschäft 502 Millionen Euro hängen, nach 26 Millionen Euro im Vorjahr. In den Zahlen nicht mehr enthalten ist die zum Verkauf stehende US-Tochter Reebok. Die Zahlen lagen über den Erwartungen der Analysten.

Für das zweite Quartal wiederum prognostiziert der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller hinter Nike einen währungsbereinigten Umsatzanstieg um etwa 50 Prozent. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft soll sich 2021 auf 1,25 bis 1,45 Milliarden Euro mindestens verdreifachen. Dabei werde die angekündigte Trennung von der US-Marke Reebok Adidas noch mit rund 200 Millionen Euro belasten. Adidas will die US-Tochter verkaufen. Adidas-Finanzvorstand Harm Ohlmeyer hatte im März von einem "gewaltigen Interesse" an Reebok gesprochen. Insidern zufolge erwartet Adidas in der kommenden Woche erste unverbindliche Offerten für die Tochter.

In China schossen die Umsätze um 156 Prozent hoch

Über den Globus verteilt verbuchte Adidas insgesamt vor allem im China rasantes Wachstum. Hier stiegen die Umsätze um 156 Prozent. In der Volksrepublik wurde Adidas indes zum Ende des ersten Quartals ebenso wie andere westliche Markenhersteller in den Sanktionsstreit Chinas mit der EU und den USA hineingezogen. Hintergrund ist, dass ausländische Firmen in der Vergangenheit den Vorwurf von Menschenrechtsverletzungen in der westchinesischen Provinz Xinjiang aufgegriffen hatten. Dort lebt die muslimischen Minderheit der Uiguren.

Adidas hebe seine Prognose aber "trotz (..) der geopolitischen Situation" an, betonte der Konzern. "Auch wenn weiter externe Unsicherheiten bestehen, wird 2021 ein erfolgreiches Jahr für Adidas", sagte Rorsted voraus: "Insgesamt bleiben wir sehr zuversichtlich, dass wir 2021 und darüber hinaus unsere Umsatz- und Gewinnziele erreichen werden."

rei/Reuters/DPA