Donnerstag, 19. September 2019

Fielmanns Erben Wie Brille24 und Mister Spex den Brillenhandel aufwühlen

Mister Spex-Geschäftsfüher Dirk Graber: "Da muss man den Hut vor ziehen"

4. Teil: Fielmann bastelt an eigener App

Für die Branchenriesen Apollo und Fielmann sind die Zahlen der Online-Optiker bislang indes kaum der Rede wert. Allein der Gewinn, den Fielmann Börsen-Chart zeigen 2012 erzielte, übersteigt den Gesamtumsatz aller Netz-Optiker.

Gelegentlich sieht sich der Altmeister unter den Optikern dann aber doch einmal genötigt, sich zu dem kleinen aber schnell wachsenden Markt zu äußern. "Das ist ein Rückfall ins Mittelalter. Damals gab es auf den Märkten auch nur Fertigbrillen", sagte der mittlerweile 73-jährige Günther Fielmann im vergangenen Jahr mit Blick auf die Newcomer. Nur um nachzuschieben, dass der Konzern, wenn es sein müsse, "fertige Pläne in der Schublade" habe.

In diesem Donnerstag zeigte er sich auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens zumindest etwas milder gestimmt. "Die PR von Mister Spex ist mächtig, da muss man den Hut vor ziehen", sagt Fielmann. Dennoch passten Größe des Online-Optikers und mediale Präsenz nicht unbedingt zusammen. "Ob das Konzept langfristig tragfähig ist, werden wir sehen."

Keine Akquisitionen geplant

Kurzfristig denke Fielmann im Übrigen bestenfalls über Cross-Selling-Potenziale im Online-Geschäft nach. So arbeitet die Firmentochter Fielmann Ventures, wo sich vor allem Fielmanns 23-jähriger Filius Marc derzeit unter anderem seine Sporen verdient, an einer eigenen App, mit der Fielmann-Produkte wie Kontaktlinsenlösung künftig online gekauft werden können.

Dass Fielmann - wie von manchem wagniskapitalfinanzierten Newcomer erhofft - sich durch eine Akquise den Eintritt in den neue Vertriebskanal erkauft, darauf sollten Mister Spex, Brille24 und Co. indes nicht setzen. "Wenn wir was machen, dann machen wir es auf jeden Fall selber", sagt Günther Fielmann.

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