Mittwoch, 18. September 2019

Fast-Fashion-Boom Angriff der Billigheimer

Fast Fashion: Wer die Etablierten das Fürchten lehrt
Peter Macdiarmid/Getty Images

3. Teil: Zara-Mutter Inditex: Flucht in die Diversifizierung

Auch für C&A wird das Geschäft zunehmend schwieriger. "Die sollten sich richtig Sorgen machen", meint Planet-Retail-Expertin Cavill, die der Textilkette erheblichen Nachholbedarf mit modischer Ware für junge Frauen attestiert. Aus Großbritannien haben sich die Düsseldorfer bereits vor Jahren wieder zurückgezogen. Auch der Versuch, neben der Kernmarke eine separate Discountschiene (Avanti) zu etablieren, scheiterte.

Hinzu kommt für die Etablierten der Druck durch reine Online-Modehäuser wie wie Zalando oder Asos .

Deutlich weniger Probleme als H&M, C&A und die weniger modischen Discounter wie Kik oder Takko dürfte nach Einschätzung Cavils hingegen Zara-Betreiber Inditex durch die neue Konkurrenz bekommen. Der sucht sein Heil schon seit längerem in den Schwellenländern und im Onlinehandel. Und das mit Erfolg. In Asien, wo Zara seit September als Internetanbieter präsent ist, sowie in Amerika kletterte der Umsatz im ersten Halbjahr um mehr als ein Drittel. Und selbst in krisengeschüttelten Spanien reichte es noch für ein kleines Umsatzplus.

Vielzahl von Marken, Konzentration auf Schwellenländer

Neben der Konzentration auf die Emerging Markets und das boomende Internetgeschäft hat es das spanische Unternehmen auch durch ein breites Markenportfolio geschafft, die Risiken zu mininmieren. Neben der Hauptmarke Zara betreibt Inditex noch weitere Linien wie Bershka, Pull & Bear, Massimo Dutti, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe, die sich an unterschiedliche Alter- und wirtschaftliche Zielgruppen wenden.

Ähnliches versucht auch H&M - allerdings bislang in erheblich kleinerem Maßstab. Neben den H&M-Läden betreiben die Schweden noch die etwas hochpreisigere Marke COS. Und auch die Marken Monki, Weekday and Cheap Monday gehören seit einer Übernahme 2008 zum Portfolio. Das soll nun noch erweitert werden.

Im nächsten Jahr soll eine neue Marke "& other stories" in Europa an den Start gehen. Wie sie aussehen soll, darüber halten sich die Schweden bedeckt. Handeln müssen sie, meint Cavill.Und das dringend. "Sie müssen alles an Marktanteilen mitnehmen, was geht."

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