Donnerstag, 17. Oktober 2019

Expansion Modehaus Marks & Spencer fordert Zalando heraus

Marks and Spencer in London: Erneute Expedition nach Deutschland - diesmal allerdings nur digital
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Marks and Spencer in London: Erneute Expedition nach Deutschland - diesmal allerdings nur digital

2. Teil: 100 neue Shops auf dem Festland, Online-Auftritt in Deutschland

100 neue Shops pro Jahr will der Händler eröffnen. Allerdings nicht in Deutschland. Hier wagt Marks & Spencer heute nur den Start mit einem reinen Online-Auftritt. Zurzeit gebe es keine Pläne, in Deutschland eigene Läden zu eröffnen, heißt es aus dem Unternehmen.

Dass sich der Online-Store in deutscher Sprache rechnen wird, da sind sich die Briten hingegen sicher: Schon jetzt würden viele deutsche Kunden über die britische Website Waren bestellen.

Was Marks & Spencer Börsen-Chart zeigen beim letzten Expansions-Versuch zum Verhängnis wurde, soll jetzt die Verkäufe ankurbeln: Die Eigenart der Deutschen, gerne bequem und billig einzukaufen. Denn das macht sie zu eifrigen Online-Shoppern.

Marktkenner sind jedoch skeptisch, dass internationale Anbieter es mit Online-Shops in Deutschland leichter haben als mit Läden in den Einkaufsstraßen. "Die Herausforderung, mit Online-Shops in Deutschland erfolgreich tätig zu sein, ist nicht zu unterschätzen", sagt Christoph Wenk-Fischer, Geschäftsführer des Bundesverbands des deutschen Versandhandels. "Marks & Spencer deckt mit seinem Angebot keine Lücke ab, sondern der Wettbewerb ist groß, die deutschen Anbieter sind gut aufgestellt."

Deutschland: Günstige Preise und mehr Retouren

Auch das Preisniveau in Deutschland sei "ausgesprochen kundenfreundlich", die Margen für die Händler seien daher oft geringer als sie es von anderen Märkten gewöhnt seien. Zudem sei der deutsche Käufer durch kundenfreundliche und sichere Zahlkarten wie den Kauf auf Rechnung verwöhnt und im internationalen Vergleich "retourenfreudiger" als die Nachbarn. "Dies alles bereitet Anbietern aus dem Ausland Probleme."

Das sieht auch Kai Hudetz so, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln. Mode sei seit drei Jahren die umsatzstärkste Branche im deutschen Online-Handel - und der Markt hart umkämpft. "Deutschland ist von der Bekleidungsbranche schon lange für den Distanzhandel erschlossen worden", erklärt Hudetz. Dank der früheren Platzhirsche des Katalog-Versandhandels, Otto und Quelle, seien die Deutschen geübte Mode-Besteller.

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