Vorbild Amazon Hertie soll wiederbelebt werden

Die Kaufhausmarke Hertie soll als Onlineshop zurück auf den Markt. Ein Großhändler aus Osnabrück hat die Marke gekauft und will mit Hertie.de spätestens Mitte 2013 online gehen. Der neue Investor hat hohe Ziele: Vorbild der neuen Firma ist Amazon.
Handelskette Hertie: Im August 2009 schlossen die letzten Filialen der ehemaligen Karstadt-Tochter

Handelskette Hertie: Im August 2009 schlossen die letzten Filialen der ehemaligen Karstadt-Tochter

Foto: A3430 Bernd Thissen/ dpa

Frankfurt am Main - Der Großhändler HDK aus Osnabrück habe dem Hertie-Insolvenzverwalter die Marke abgekauft, sagte HDK-Berater Oliver Pohlmann und bestätigte damit einen Bericht der Fachzeitschrift "Textilwirtschaft". Der Neustart für Hertie.de sei zwischen Ende 2012 und Mitte 2013 geplant. Als Vorbilder nannte Pohlmann Amazon  und Otto.

Hertie soll dem Bericht zufolge künftig die ganze Familie bedienen. Als Besonderheit werde den Kunden eine kostenfreie persönliche Beratung per Telefon angeboten. Eine genaue Vorstellung von ihrem Sortiment hätten die Investoren aber noch nicht. Daran werde derzeit gearbeitet.

Hinter HDK stehen die Brüder Nils (32) und Jan Klöker (34). Beide sind selbstständig im Onlinehandel tätig und führen Shops wie Tepgo.de (Teppiche), Serviette.de (Tischdeko) und Telefon.de (Telekommunikation) mit insgesamt 40 Mitarbeitern.

Die Kosten für die Übernahme der Markenrechte wollte Pohlmann nicht nennen. Es habe mehrere Interessenten gegeben, der Preis sei deshalb "nicht unerheblich, aber durchaus gerechtfertigt", sagte er der Fachzeitschrift. "Dafür aber wurde eine Marke gesichert, die immer noch 80 Prozent der Deutschen kennen."

Die Hertie-Insolvenz war eine der größten Pleiten im deutschen Einzelhandel. Im August 2009 schlossen die letzten der einst zu Karstadt gehörenden 73 Warenhäuser.

mg/dapd
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