Prognose erhöht Adidas im EM-Quartal obenauf

Adidas hat dank der Fußball-EM im zweiten Quartal sehr gut verdient. Im Gegensatz zu Wettbewerbern hebt der Konzern seine Prognose jetzt leicht an. Es könnte noch besser laufen, wenn die US-Tochter Reebok endlich auf die Beine käme.
Torjubel im Adidas-Trikot: Während der EM verkauften sich die Trikots bestens

Torjubel im Adidas-Trikot: Während der EM verkauften sich die Trikots bestens

Foto: Michael Probst/ AP

München - Die Fußball-Europameisterschaft sowie hohe Wachstumsraten in China und Osteuropa haben Adidas ein starkes zweites Quartal beschert. Anders als der kleinere Rivale Puma , der Mitte Juli die Märkte mit einer Gewinnwarnung schockte, hob der Konzern bei der Vorlage der Halbjahresbilanz seine Prognose für den Nettogewinn sogar an.

Der Überschuss soll 2012 nun auf einen Rekordwert von 770 bis 785 Millionen Euro steigen. Das entspricht einem Plus von 15 bis 17 Prozent. Zuletzt hatte Adidas mit einem Anstieg von 12 bis 17 Prozent kalkuliert. Der Umsatz wird weiterhin währungsbereinigt um etwa 10 Prozent höher erwartet.

Im zweiten Quartal legten die Erlöse angekurbelt von Trikotverkäufen während der EM um knapp 15 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Der Nettogewinn stieg sogar um 18 Prozent auf 165 Millionen, teilte der nach Nike zweitgrößte Sportartikelhersteller mit.

Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 3,49 Milliarden Euro und einem Überschuss von 159 Millionen gerechnet und zeigten sich zufrieden mit den Ergebnissen. Gleichwohl drückten Gewinnmitnahmen die Aktien am Donnerstag in die Tiefe, die Aktie gab zeitweise mehr als 3 Prozent nach.

Sorgenkind des Konzerns bleibt die US-Tochter Reebok, deren Umsatz von April bis Juni um gut 26 Prozent einbrach. Hier wirkt sich unter anderem aus, dass Reebok nicht mehr Ausrüster der American-Football-Liga NFL ist und Einnahmen fehlen.

Tochter Reebok bereitet immer noch keine Freude

Außerdem gab es negative Effekte nach den Unregelmäßigkeiten in Indien. Details wollte Adidas zunächst nicht nennen. Reebok verhagelte dem Konzern auch die Bilanz in Lateinamerika, bislang einem der größeren Wachstumsregionen. Hier fielen die Erlöse nun um 2 Prozent. In Westeuropa, wo der Lokalrivale Puma zuletzt schwächelte und deswegen auf Sparmodus umgestellt hat, konnte Adidas noch mehr als 5 Prozent zulegen.

Positiv läuft es für Adidas in den eigenen Shops, während es im Großhandel schwieriger ist. "Aktuell konzentrieren wir uns auf unser Engagement bei den Olympischen Spielen in London", sagte Vorstandschef Herbert Hainer. Allerdings steckt Adidas rund um die EM und Olympia besonders viel Geld in Marketing.

Deswegen war der Gewinn im ersten Quartal 2012 noch deutlich besser ausgefallen. Höhere Beschaffungskosten - teurere Rohmaterialien und steigende Löhne in den asiatischen Produktionsländern - drückten zudem auf die wichtige Rohertragsmarge, die von April bis Juni auf 48,2 (Vorjahr: 49,2) Prozent fiel. Hier schlägt sich Adidas trotzdem noch immer viel besser als der US-Konkurrent Nike  .

rei/dpa/rtr
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