Horst Norberg Metro will an Media-Saturn-Chef festhalten

Um die Zukunft der Metro-Tochter Media-Saturn kämpfen der Konzern und Anteilseigner Erich Kellerhals erbittert. Bei einer zentralen Personalie jedoch scheinen sie sich jetzt einig zu sein.
Um Media-Saturn tobt ein Machtkampf. Der Chef der Elektronikhandelskette, Horst Norberg, soll aber an der Spitze bleiben

Um Media-Saturn tobt ein Machtkampf. Der Chef der Elektronikhandelskette, Horst Norberg, soll aber an der Spitze bleiben

Foto: Armin Weigel/ dpa

Düsseldorf - Die tief zerstrittenen Gesellschafter der größten europäischen Elektrohandelskette Media-Saturn können sich vielleicht auf eine wichtige Personale verständigen. Der Chef des Großanteilseigners Metro, Olaf Koch, sprach sich am Dienstag entschieden für einen Verbleib von Media-Saturn-Chef Horst Norberg aus.

Metro habe ein "großes Interesse", Norberg weiter an Bord zu halten, unterstrich Koch. Norberg sei ein "Glücksfall" für das Unternehmen. Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals hatte jüngst in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, ein Verbleib Norbergs sei möglich. "Er geht bald in Rente", hatte Kellerhals gesagt, aber eine Vertragsverlängerung sei "denkbar".

Der Handelsriese Metro und Kellerhals kämpfen seit Monaten erbittert auch vor Gericht um das Sagen bei Media-Saturn. Am 8. August wird dabei ein Spruch eines Schiedsgerichts erwartet, am 9. August will das Oberlandesgericht München einen Urteilsspruch verkünden.

Firmengründer Kellerhals hält 22 Prozent an dem Elektronikfachhändler. Der 72-Jährige liegt mit dem Metro-Management seit längerem im Clinch über den Kurs von Media-Saturn. Der Streit entzündet sich insbesondere an dem Beirat, den die Metro bei Media-Saturn gegen den Willen der Firmengründer und Miteigner Kellerhals und Leopold Stiefel eingerichtet hat.

Es geht um die Frage, worüber das Gremium entscheiden kann und mit welcher Mehrheit. Der Metro sind die Veto-Rechte von Kellerhals und Stiefel bei Media-Saturn seit langem ein Dorn im Auge. Der Handelsriese will sie aushebeln, um Entscheidungen bei der Tochter schneller durchsetzen zu können.

Metro hält gut 75 Prozent an dem Betreiber der Handelsketten Media Markt und Saturn, benötigt aber laut Firmenstatuten für wichtige Entscheidungen eine Mehrheit von 80 Prozent.

rei/rtr
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