Prognose bestätigt Preisoffensive drückt Metro-Gewinn

Metro stemmt sich erfolgreich gegen die Konsumflaute in Südeuropa und kann seine Umsätze steigern. Niedrigere Preise und Investitionen aber belasten das Ergebnis. Seine Jahresprognose bekräftigt der neue Metro-Chef Olaf Koch.
Preissenkungen und Investitionen belasten das Quartalsergebnis der Metro-Gruppe

Preissenkungen und Investitionen belasten das Quartalsergebnis der Metro-Gruppe

Foto: Steffen Kugler/ picture-alliance/ dpa

Düsseldorf - Der Handelskonzern Metro  hat im zweiten Quartal dank Preissenkungen seinen Umsatz leicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahr legten die Erlöse um 1,8 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro zu, wie Metro mitteilte.

Metro-Chef Olaf Koch hatte sich auf die Fahnen geschrieben, den Umsatz anzukurbeln und dafür die Preise kräftig gesenkt und in den Kundenservice investiert. Die Investitionen dafür sowie andere Sondereffekte für den Konzernumbau belasteten das Ergebnis:

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank der Gewinn von 267 auf 70 Millionen Euro - hier schlugen unter anderem Wertberichtigungen in Höhe von 172 Millionen Euro aus dem Verkauf des defizitären Großhandelsgeschäfts in Großbritannien zu Buche. Bereinigt um diese Sondereffekte legte das Ebit hingegen um 2,5 Prozent auf 314 Millionen Euro zu. Unter dem Strich stand für die Metro ein Verlust nach Anteilen Dritter von 20 Millionen Euro. Im Vorjahr war noch ein Plus von 40 Millionen Euro erzielt worden.

Der Handelskonzern mit Töchtern wie Media Markt, Kaufhof und Real übertraf damit beim Ebit vor Sonderfaktoren die Erwartungen des Marktes - und der Verlust fiel geringer aus als befürchtet. Analysten hatten mit einem Umsatz von 15,8 Milliarden Euro und einem Ebit vor Sonderfaktoren von 300 Millionen Euro gerechnet.

Durch die Staatsschuldenkrise in Europa hat sich für den Handelskonzern das Umfeld verschärft. In vielen Ländern halten sich die Verbraucher mit Anschaffungen zurück. Die anhaltend schwierige volkswirtschaftliche Lage werde die Umsatzentwicklung 2012 voraussichtlich weiter belasten, so die Metro.

Weiter Verkaufspläne für Kaufhof, Neue Pläne für Real angekündigt

An seiner Prognose für 2012 hält Koch allerdings fest: Metro erwarte weiter einen Umsatzanstieg sowie ein Ebit vor Sonderfaktoren in etwa auf der Höhe des Vorjahreswertes von 2,37 Milliarden Euro. Um das Ziel zu erreichen, muss Koch in der zweiten Jahreshälfte Boden gut machen: Im ersten Halbjahr lag der operative Gewinn vor Sonderfaktoren mit 305 Millionen Euro rund 150 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahres.

An der Börse kam die bestätigte Prognose gut an. Aktien von Metro  legten deutlich zu.

Die Warenhaustochter Kaufhof hat langfristig weiter keine Zukunft unter dem Dach des Handelsriesen Metro. "Auch wenn wir sagen: Der Kaufhof ist ein absolut ertragsstarkes Unternehmen, ist er vom strategischen Ansatz her sicherlich nicht adäquat bei uns aufgehoben", unterstrich Metro-Chef Koch am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Wenn ein Investor in der Lage sei, der Metro einen fairen Preis, eine sichere Finanzierung und einen "Plan nach vorne" vorzulegen, "dann werden wir uns eines Tages von dem Kaufhof verabschieden".

Bei der Supermarktkette Real sei die Lage indes anders. Bis zum Ende des dritten Quartals wolle Metro einen Plan für das Unternehmen vorlegen. Vor allem in Deutschland habe Real die Chance, zu höherer Ertragskraft zurückzukommen. Auch im internationalen Geschäft gebe es Fortschritte - doch seien Investitionen nötig. Der Vorstand werde beraten, wie diese umgesetzt werden könnten. Metro hatte in der Vergangenheit sowohl Kaufhof als auch Real zur Disposition gestellt.

rei/dpa-afx/rtr
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