Notverkauf Schlecker verkauft Frankreich-Tochter

Die insolvente Drogeriekette Schlecker wird weiter filetiert: Das Unternehmen muss sein Frankreich-Geschäft verkaufen. Schlecker gibt die Sparte an das französische Unternehmen Systeme U ab. Der ehemals größten deutschen Drogeriekette droht insgesamt die Zerschlagung.
Abgedeckt: Schlecker steht vor dem endgültigen Aus

Abgedeckt: Schlecker steht vor dem endgültigen Aus

Foto: A3929 Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Die insolvente Drogeriekette Schlecker hat ihre französische Tochter Schlecker SNC verkauft. Die Übernahme durch den französischen Einzelhandelskonzern Systeme U sichere den Fortbestand der Arbeitsplätze und des Filialnetzes, erklärte Schlecker am Mittwochabend. Schlecker SNC betreibe in Südfrankreich 139 Drogeriemärkte und beschäftige aktuell rund 750 Mitarbeiter.

Systeme U zähle in Frankreich und den französischen Übersee-Departements insgesamt rund 1400 Verkaufsstellen und habe 2011 einen Gesamtumsatz von 16,07 Milliarden Euro erzielt. Zum Kaufpreis machte Schlecker keine Angaben.

Der Drogeriekette droht die Zerschlagung. Am Freitag wird erneut der Schlecker-Gläubigerausschuss zusammenkommen, um über die vorliegenden Übernahmegebote für den bankrotten Konzern mit noch rund 3200 Filialen in Deutschland zu beraten. Sollten bis dahin keine für die Gläubiger akzeptablen Offerten vorliegen, will Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz den Betrieb einstellen und den Ausverkauf starten. Die verbliebenen Mitarbeiter würden dann voraussichtlich im Juli entlassen.

Geiwitz hat bereits rund 10.000 Schlecker-Beschäftigte, überwiegend Frauen, vor die Tür gesetzt. Knapp die Hälfte der Entlassenen klagen dagegen. Zu den Interessenten für eine Übernahme der weiterhin Verluste schreibenden Kette zählten zuletzt der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen und Finanzinvestoren. Mit zwei Investoren werde noch verhandelt, hatte Insolvenzverwalter Geiwitz am vergangenen Freitag gesagt.

Die Beschäftigten hoffen, mit Verzicht auf Geld neue Investoren für ihr Unternehmen begeistern zu können und somit ihren eigenen Arbeitsplatz zu retten. In einer Befragung der Gewerkschaft Verdi stimmten 74,6 Prozent der befragten Mitglieder dafür, wie Verdi am Mittwoch in Berlin mitteilte. Der Beitrag umfasst demnach den dreijährigen Verzicht auf Sonderzahlungen und das Verschieben tariflicher Lohnerhöhungen.

"Die Schlecker-Frauen haben bewiesen, dass sie bereit sind, größte persönliche Einbußen hinzunehmen, um ihre Arbeitsplätze zu retten", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

kst/afp/rtr
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