Samstag, 20. Juli 2019

Klagewelle Schlecker streicht Abfindungen

Insolvenzverwalter Geiwitz: Auf Schlecker rollt eine Klagewelle zu

Erst ruderte Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zurück, nun hat er die Abfindungen für klagende Ex-Mitarbeiter gestrichen. Grund ist die Kritik der Gewerkschaft - eine Rolle dürften aber auch die möglichen Kosten spielen.

Ehingen/Stuttgart - Der Insolvenzverwalter der Drogeriemarktkette Schlecker wird einem Bericht zufolge den gekündigten Mitarbeitern in Güteverhandlungen keine Abfindungen mehr anbieten. "Darauf haben wir uns am Donnerstag geeinigt", sagte Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke den "Stuttgarter Nachrichten".

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz reagierte damit auf die Kritik der Gewerkschaft. Diese hatte sich darüber beschwert, dass nur Mitarbeitern, die geklagt hatten, eine Abfindung angeboten wurde.

Zuvor hatte die Insolvenzverwaltung Beschäftigten vor Gericht zwischen 500 und 1000 Euro als Abfindung vorgeschlagen. In anderen Berichten war lediglich von 500 Euro die Rede gewesen. Geiwitz war bereits am Donnerstag zurückgerudert.

Von den 9500 ehemaligen Schlecker-Beschäftigten wehren sich nach Informationen der Zeitung mindestens 3800 juristisch gegen ihre Kündigung. Bei Zahlung einer Abfindung in Höhe von 1000 Euro hätten Kosten von bis zu 3,8 Millionen Euro auf die insolvente Drogeriekette zukommen können.

ts/dpa-afx

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