Korruption Media-Markt-Vorstand steht vor Gericht

Er soll Firmen Aufträge zugeschanzt haben: Neben dem Deutschland-Vertriebschef der Elektrohandelskette Media Markt müssen sich acht weitere Personen wegen Bestechung verantworten. Es geht um 65 Millionen Euro.
Media Markt: Bei der Elektrohandelskette häufen sich Bestechungsvorwürfe

Media Markt: Bei der Elektrohandelskette häufen sich Bestechungsvorwürfe

Foto: dapd

Augsburg - Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat gegen einen Media-Markt-Vorstand und acht weitere Personen Anklage wegen Korruption erhoben. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Der 47-jährige Deutschland-Vertriebschef der Elektrohandelskette soll zusammen mit einem Regionalmanager fünf Millionen Euro Schmiergeld kassiert haben. Dafür habe er drei Firmen Aufträge über 65 Millionen Euro zugeschanzt, obwohl deren Konkurrenz bessere Angebote vorgelegt habe.

Die Anklage lautet auf "gewerbsmäßige und bandenmäßige Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit". Schon 2005 hätten die drei Drahtzieher "die fortlaufende Zahlung von Schmiergeld verabredet". Bis 2011 hätten die beiden Media-Markt-Manager zusammen mit einigen Helfern die Hand aufgehalten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es bei Media Markt Festnahmen im Zusammenhang mit Bestechungsvorwürfen gegeben. Die Handelskette gehört wie das Schwesterunternehmen Saturn zum Dax-Konzern Metro . Der hatte Ende 2011 eine Gewinnwarnung herausgegeben und war in der Folge von der Ratingagentur Moody's heruntergestuft worden.

ts/dpa-afx

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