Freitag, 15. November 2019

Schwaches Quartal Douglas-Chef geht auf Distanz zu Großaktionär

"Keinen Krieg": Henning Kreke, Chef des Handelskonzerns Douglas

Douglas-Chef Henning Kreke geht zu seinem Großaktionär Erwin Müller auf Distanz. Es gebe zwar "keinen Krieg" mit dem Drogerieunternehmer, die beiden Unternehmen stünden aber im Wettbewerb. Mitten im Machtkampf muss Douglas indes einen Gewinnrückgang im ersten Quartal verkraften.

Frankfurt am Main - Der Chef des Handelskonzerns Douglas Börsen-Chart zeigen, Henning Kreke, empfängt den Großaktionär Erwin Müller weiter nicht mit offenen Armen. Es gebe zwar "keinen Krieg" mit dem Drogerieunternehmer und Douglas-Großaktionär, doch stünden beide Unternehmen im Wettbewerb, betonte Kreke am Mittwoch vor Analysten.

Auch die Geschäftsmodelle von Douglas und der Drogeriekette Müller wiesen deutliche Unterschiede auf. Er wisse zudem weiter nicht, was Müller mit seinem Optionspaket über 15,55 Prozent der Douglas-Anteilsscheine plane, auf das der Drogerieunternehmer nur indirekt Zugriff hat. Es sei weiter unklar, ob Müller diese Optionen ausüben werde. Dies müsse man Müller selbst fragen. Über die Pläne Müllers hat Kreke eigenen Angaben zufolge keine Informationen.

Das Aktienpaket von 15,55 Prozent ist zu derzeitigen Preisen rund 200 Millionen Euro wert. Der Drogerieunternehmer selbst hüllt sich vorerst in Schweigen. Vor der Douglas-Hauptversammlung am 21. März werde sich Müller nicht äußern, teilte seine Müller Ltd. & Co. KG mit. Zum zweiten Großaktionär, dem Oetker-Konzern, bestehe ein "sehr gutes Verhältnis", sagte Kreke weiter. Oetker hält rund 25,81 Prozent der Douglas-Anteile.

Müller hatte Ende vergangener Woche angekündigt, dass der Unternehmer aus Ulm die Option hat, seine Beteiligung um weitere gut 15 Prozent aufzustocken. Sollte er dies tun, hätte Müller eine Sperrminorität und könnte bestimmte Beschlüsse der Hauptversammlung blockieren.

Damit könnte Müller aber die Pläne der Kreke-Familie durchkreuzen, den Handelskonzern von der Börse zu nehmen. Im Januar hatten die Krekes mitgeteilt, dass sie diese Option prüfen würden. Die Überlegungen in diese Richtung gingen weiter, auch wenn die jüngsten Entwicklungen sicherlich nicht geholfen hätten, sagte Kreke am Mittwoch.

Der Manager spielte dabei vor allem auf das Informationsleck an, wodurch die Pläne öffentlich gemacht worden waren. Mit dem größten Aktionär Oetker hatten sich die Krekes bei ihren Überlegungen zur Privatisierung nicht abgestimmt. Es habe sich um reine Gedankenspiele gehandelt, erklärte Kreke.

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