Dienstag, 12. November 2019

Müller offenbar vor Sperrminorität Douglas droht Übernahmekampf

Sichert sich Zugriff auf Douglas-Aktien: Der Drogerie-Unternehmer Erwin Müller kann offenbar die Sperrminorität beim Wettbewerber Douglas erreichen

Dem Handelkonzern Douglas steht womöglich ein Übernahmekampf bevor. Der opponierende Investor Erwin Müller hat sich den Zugriff auf weitere 15 Prozent der Aktien gesichert. Damit käme der Unternehmer auf ein Viertel der Douglas-Anteile und könnte die Pläne der Familie Kreke durchkreuzen.   

Frankfurt am Main - Spekulationen auf eine Übernahme beflügeln die Aktien von Douglas Börsen-Chart zeigen. Das Papier der Einzelhandelskette kletterte zuletzt um 4,92 Prozent auf 33,92 Euro. Als Auslöser nannten Börsianer eine Pflichtmitteilung vom Freitag, derzufolge sich der Drogerie-Unternehmer und Großaktionär Erwin Müller Optionen zum Kauf weiterer Douglas-Anteile gesichert hat. "Da scheint sich ein Übernahmekampf anzubahnen", sagte ein Händler.

Der Drogerie-Unternehmer Erwin Müller steuert bei Douglas auf eine Sperrminorität zu und könnte so mögliche Übernahmepläne der Gründerfamilie Kreke durchkreuzen. Wie das Unternehmen am späten Freitagabend mitteilte, hält Müller zwar weiterhin 10,81 Prozent der Douglas-Anteile. Er ist aber auch Stillhalter von sogenannten Verkaufsoptionen. Dadurch könnten ihm in nächster Zeit weitere 15 Prozent der Douglas-Aktien angedient werden.

"Ob und gegebenenfalls wann dies der Fall sein wird, kann aus Sicht der Douglas-Holding nicht beurteilt werden", hieß es. Laut einer Stimmrechtsmitteilung verfällt die letzte Option am 21. September 2012. Mit mehr als 25 Prozent würde Müller über eine Sperrminorität verfügen.

Er könnte dann bestimmte Beschlüsse der Hauptversammlung verhindern. Hintergrund der jetzt veröffentlichten Mitteilung sind verschärfte Regeln, die seit Februar gelten und mit denen der Gesetzgeber verhindern will, dass sich jemand bei börsennotierten Firmen im Verborgenen im großen Stil einkaufen kann.

Das Ulmer Unternehmen Müller war am Wochenende nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Erwin Müller, der Chef und Eigentümer, meldet sich nur selten zu Wort. Seine Drogeriekette ist mit rund 640 Filialen derzeit die Nummer vier in Deutschland - hinter DM, der insolventen Firma Schlecker und Rossmann. Für 2011 ging Müller zu Beginn des Jahres von einem Umsatz von rund 3,2 Milliarden Euro aus.

"Über die Verkaufsoptionen könnte Müller eine Übernahme durch andere Interessenten wie die Gründerfamilie Kreke mit Finanzinvestoren verhindern. Oder er könnte selber aktiv werden und den Preis nach oben treiben wollen."

Gründerfamilie lotet mit Finanzinvestoren die Möglichkeiten aus

Müller hatte bereits 2011 angekündigt, er wolle seinen Anteil an Douglas auf 15 bis 18 Prozent aufstocken und zum zweitgrößten Einzelaktionär aufsteigen. Bislang hat mit knapp 26 Prozent die Oetker-Gruppe die meisten Anteile. Die Familie Kreke besitzt 12,7 Prozent der Aktien, kommt aber mit der verwandten Familie Eklöh auf rund 30 Prozent.

Bei der Familie Kreke stieß Müllers Engagement bislang auf wenig Begeisterung. Im Januar hatte sie mitgeteilt, sie lote derzeit zusammen mit Finanzinvestoren ihre Möglichkeiten aus. Dazu könnte auch gehören, dass die Familie genügend Anteile kaufe, um den Konzern von der Börse zu nehmen. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Zur Douglas-Holding gehören neben den Parfümerien gleichen Namens auch die Thalia-Buchgeschäfte, der Juwelier Christ und die Confiserie-Kette Hussel. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2010/11 (30.9.) belief sich der Umsatz auf rund 3,38 Milliarden Euro, der Gewinn betrug 87 Millionen Euro.

rei/dpa-afx

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