Dienstag, 25. Juni 2019

Insolvenz Rossmann will nur wenige Schlecker-Filialen übernehmen

Schlecker-Laden: Konkurrent Rossmann will nur 50 bis 80 Filialen übernehmen.

2. Teil: Spekulationen über Gläubiger

Laut "FAZ" soll der nächste Termin für eine ähnliche Zahlung an die Einkaufsgemeinschaft Markant, der auch andere Firmen wie Edeka angehören, dem Vernehmen nach schon in der nächsten Woche anstehen. Der Schlecker-Sprecher wollte die Berichte am Samstag nicht kommentieren. "Wir werden keine Aussagen zu unseren Gläubigern machen." Wie viele das sind, ließ er offen.

Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Für 2011 rechnete der schwäbische Familienkonzern erneut mit sinkenden Erlösen.

Verdi fordert Einsatz des Privatvermögens

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert von Firmenpatriarch Anton Schlecker den Einsatz seines Privatvermögens zur Sanierung der Drogeriekette sowie Offenheit nach außen. "Er muss sich auf jedem Fall mit seinem eigenen Vermögen beteiligen", sagte eine Sprecherin am Samstag der Nachrichtenagentur dapd. Das beläuft sich nach Schätzungen auf rund drei Milliarden Euro. Schlecker mit deutschlandweit etwa 30.000 Mitarbeitern will in den nächsten Tagen einen Antrag auf Planinsolvenz einreichen.

Ein solcher Schritt sei auch ein Signal an potenzielle Geldgeber, sagte die Gewerkschaftssprecherin. Schlecker müsse in der Sache "klar und offen" kommunizieren, forderte sie weiter.

Gewerkschaft sieht Vorteile der Planinsolvenz

Das Instrument der Planinsolvenz hält nach Einschätzung der Sprecherin Nachteile aber auch Vorteile bereit. "Ein Vorteil könnte sein, dass das Unternehmen nicht so einfach zu zerschlagen ist", sagte sie. Als weiterer Vorteil könne sich erweisen, dass Schlecker gleich ein Sanierungskonzept vorweisen muss. Damit fange das Unternehmen nicht bei Null an.

Schlecker besitzt das größte Filialnetz aller Wettbewerber, hatte in den letzten Jahren aber an Umsätzen eingebüßt und schrieb drei Jahre in Folge Verluste. Die Konkurrenz verzeichnete dagegen in größeren Filialen Umsatzzuwächse. 2010 verkündete die Familie um Anton Schlecker und seine beiden Kinder Lars und Meike einen Umbau mit größeren und schöneren Läden sowie einer besseren Kommunikation.

"An diesem Schritt wäre Schlecker nicht vorbeigekommen", sagte die Verdi-Sprecherin. Das Unternehmen habe am Konzept und gleichzeitig am Image arbeiten müssen, das unter anderem durch Meldungen über Lohndumping gelitten hatte. "Es geht jetzt darum, das mit Leben zu füllen."

mh/dpa

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