Sonntag, 18. August 2019

Trotz Verhandlungsstopp Benko hält an Kaufhof-Übernahme fest

Kaufhof-Filiale in Köln: Benko soll rund 2,1 Milliarden Euro geboten haben

Der Immobilienunternehmer René Benko galt lange Zeit als Favorit im Bieterwettkampf um die Metro-Tochter Kaufhof. Von der Entscheidung des Konzerns, den Verkauf auf Eis zu legen, zeigt sich der Österreicher überrascht - aufgeben will er aber nicht. Freude herrscht dagegen bei Karstadt.

Düsseldorf - "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", kommentiert der Immobilienunternehmer René Benko die Entscheidung des Kaufhof-Eigentümers Metro, die Verkaufsgespräche auf Eis zu legen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen hatte das österreichische Immobilienunternehmen Signa, dessen Chef Benko ist, 2,1 Milliarden Euro für die Warenhauskette geboten. Signa war von einem baldigen Abschluss des Deals ausgegangen.

Neben Benko hatte auch der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen zusammen mit dem Investor Blackstone ein Angebot vorgelegt. Dieses soll aber preislich unter dem von Benko gelegen haben, wie in Branchenkreisen vermutet wird.

Ein Berggruen-Sprecher wollte die Entscheidung nicht kommentieren. Im Umfeld des Karstadt-Eigentümers wurde Kochs Schritt allerdings begrüßt. Beim bisherigen Verkaufsprozess sei der Rivale Benko einseitig bevorzugt worden. Es sei vernünftig, diesen misslungenen Verkaufsprozess abzubrechen und irgendwann einen neuen Versuch zu starten, heißt es. Schon Anfang Dezember hatte ein Berggruen-Sprecher bemängelt, dass die Einsicht in die Bücher seit Wochen verwehrt werde.

Auch der frühere KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban hatte mit einem Konsortium im Rücken im vergangenen Jahr Interesse bekundet. Bei den Investorengesprächen der Metro zum Kaufhof ging es im vergangenen Monat aber um die Bieter Signa und Berggruen/Blackstone.

Der neue Metro-Chef Olaf Koch hatte am Morgen überraschend mitgeteilt, dass er den Kaufhof-Verkauf bis aus Weiteres nicht weiter verfolgen werde. Als Grund nannte er die unsichere Lage an den Finanzmärkten. Die Aktie legte daraufhin zu.

mg/dpa/dapd

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