Freitag, 6. Dezember 2019

Bilanz 2011 Geschäfte im Einzelhandel laufen gut

Gute Geschäfte in 2011: Die entspannte Verbraucherstimmung dürfte es weiter in den Kassen der Einzelhändler klingeln lassen

Bis Mitte Dezember war die Stimmung noch getrübt. Dank eines starken Schlussspurts in den letzten Weihnachtstagen können Deutschlands Einzelhändler sich nun über die besten Geschäfte seit 17 Jahren freuen. Die Kauflaune dürfte vorerst anhalten, sagen Analysten.

Berlin - Die Geschäfte der deutschen Einzelhändler sind 2011 so gut gelaufen wie seit mindestens 17 Jahren nicht mehr. Der Umsatz legte zwischen 2,7 und 2,9 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit.

"Ein besseres Ergebnis hat es seit Einführung der gesamtdeutschen Statistik 1994 noch nicht gegeben", sagte ein Mitarbeiter. Preisbereinigt (real) blieb ein Plus von 1,1 bis 1,3 Prozent übrig. Hier gab es zuletzt 2004 mit 2,0 Prozent ein kräftigeres Wachstum. Besonders der Internet- und Versandhandel boomte.

Zu Beginn des wichtigen Weihnachtsgeschäftes im Einzelhandel fehlte den Verbrauchern noch die rechte Kauflust. Im November sank der Umsatz um 0,7 Prozent zum Vormonat und damit bereits zum zweiten Mal in Folge. Real gab es ein Minus von 0,9 Prozent. Analysten hatten mit stabilen Einnahmen gerechnet. Allerdings lagen die Umsätze deutlich über denen von November 2010.

Kauflaune könnte in diesem Jahr noch anhalten

Die gute Verbraucherstimmung spricht für eine Fortsetzung des positiven Trends im neuen Jahr. Das GfK-Konsumklima verharrte im Januar bei 5,6 Punkten - trotz Schuldenkrise und drohender Konjunkturflaute. Dafür sorgten die Rekordbeschäftigung, die sinkende Arbeitslosigkeit und höhere Löhne. Nach Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird der private Konsum in diesem Jahr um 1,1 Prozent zulegen, die Wirtschaft insgesamt dagegen nur um 0,6 Prozent.

"Die Rekordbeschäftigung, günstige Finanzierungsbedingungen und die wegen niedriger Zinsen geringen Anreize zum Sparen helfen dem Einzelhandel", sagte Analyst Stefen Schilbe von HSBC Trinkaus in einer ersten Reaktion auf die Zahlen vom Donnerstag. Die Schuldenkrise habe sich weder in der Verbraucherstimmung noch im tatsächlichen Konsumverhalten nachhaltig bemerkbar gemacht. Solange sich die Beschäftigungslage nicht merklich verschlechtere, bleibe der Konsum eine Stütze der Konjunktur, ist Schilbe überzeugt.

"Es ist enttäuschend, dass der Einzelhandel zu Beginn des wichtigen Weihnachtsgeschäftes weniger umgesetzt hat. Aber viele Geschäfte haben berichtet, dass es im Dezember deutlich besser gelaufen ist", erklärte Holger Schmieding von der Berenberg Bank. Das Verbrauchervertrauen, die Einkommenssituation und die Rekordbeschäftigung sprächen dafür, dass der private Verbrauch in diesem Jahr robust bleiben werde, glaubt auch Schmieding.

rei/rtr

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung