Sonntag, 26. Januar 2020

Umbau Neue Metro-Führungsriege steht

Metro: Koch folgt auf Cordes - und Freese folgt auf Koch
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Metro: Koch folgt auf Cordes - und Freese folgt auf Koch

Der Handelskonzern Metro setzt seinen Sparkurs und den Verkauf der Warenhauskette Kaufhof mit Spitzenmanagern aus den eigenen Reihen fort. Neuer Finanzvorstand wird Mark Freese. Sein Vorgänger Olaf Koch wird ab 2012 Eckhard Cordes als Metro-Chef ersetzen.

Düsseldorf - Neuer Finanzvorstand wird zum 1. Januar 2012 Mark Frese, teilte die Metro AG Börsen-Chart zeigen am Freitag in Düsseldorf zu einer Aufsichtsratssitzung mit. Frese ist derzeit Finanzchef der Metro-Großhandelstochter in Europa und gehört dem Konzern bereits seit 17 Jahren an. Er wird Nachfolger von Olaf Koch, der zum 1. Januar 2012 zum Vorstandsvorsitzenden der Metro AG aufsteigt. Der bisherige Konzernchef Eckhard Cordes verlässt das Unternehmen zum Jahresende.

Der Aufsichtsrat beschäftigte sich außerdem mit den Angeboten von Investoren für den Kaufhof. Da die Sitzung auch am Abend andauerte, wurde dazu zunächst nichts bekannt. In Unternehmenskreisen wurde aber noch keine Entscheidung darüber erwartet, wer die traditionsreiche Warenhauskette mit mehr als 20.000 Mitarbeitern übernehmen darf.

Das Bieter-Rennen um Kaufhof mit den mehr als 100 Häusern in besten Innenstadtlagen versuchen gleich mehrere Investoren für sich zu entscheiden. Vor der letzten Aufsichtsratssitzung der Metro in diesem Jahr legte Nicolas Berggruen ein verbessertes Angebot vor. Laut "Handelsblatt" werde darin auch deutlich, dass Berggruen an Kaufhof mit seinem Management und Mitarbeiterstamm festhalten wolle. Seit mehreren Jahren wird über ein Zusammengehen von Kaufhof und Karstadt in der Handelsbranche diskutiert. In dem Zusammenhang gab es Befürchtungen, dass es zu massiven Einschnitten kommen könnte.

Schärfster Konkurrent von Berggruen ist die österreichische Immobilienfirma Signa, die in den vergangenen Monaten in der Favoritenrolle zu sein schien. Signa-Chef René Benko hat bereits ein bindendes Angebot für Kaufhof vorgelegt. Zur Höhe wollte sich der Immobilienunternehmer nicht äußern. Beobachter vermuteten, dass in den kommenden Tagen weitere Gespräche von Vertretern der Metro mit Berggruen und Benko stattfinden sollen. Zudem hatte ein Konsortium um Ex-KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban Interesse an Kaufhof bekundet.

Wert von Kaufhof auf zwei bis drei Milliarden Euro taxiert

In der Branche wird der Unternehmenswert von Kaufhof auf zwei bis drei Milliarden Euro taxiert. Besonders werthaltig sind dabei die Immobilien in den deutschen Innenstädten. Kaufhof erzielte 2010 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und einen um Sonderfaktoren bereinigten operativen Gewinn von 138 Millionen Euro. Die Metro veröffentlicht nicht, was ihre Töchter unter dem Strich verdienen. Neben mehr als 100 Warenhäusern und 16 Sporthäusern in Deutschland betreibt Kaufhof 15 Filialen in Belgien unter der Marke "Inno".

Zur Berufung von Frese zum neuen Konzern-Finanzvorstand erklärte Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel, dass der Metro-Manager schon große Erfahrung im Konzern und bei seinen Töchtern gesammelt habe. "Die zügige interne Besetzung dieser Position bringt zudem die notwendige Kontinuität in der aktuell herausfordernden Situation für die Metro Group", sagte Haniel in einer Mitteilung. Vor seiner derzeitigen Aufgabe war Frese Bereichsleiter Controlling der Metro AG. Von 2004 bis 2009 arbeitete er in gleicher Rolle bei Kaufhof.

Zuständigkeiten neu verteilt

Außerdem habe der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Vorstandes einige Zuständigkeiten neu verteilt: Vorstandsmitglied Joël Saveuse wird sich demnach auf die Lebensmitteltochter Real konzentrieren und das "Gesamtgeschäft dieser Vertriebslinie im In- und Ausland wieder stärker strategisch führen". Der Metro-Vorstand hat nach früheren Angaben bei Real mehrere Option: Ein Verbleib im Konzern, ein Verkauf oder eine Partnerschaft. Saveuse war er zuletzt auch für den Metro- Großhandel in Europa zuständig. Diese Aufgabe übernimmt Vorstand Frans Muller, der damit dann den Großhandel weltweit verantwortet.

Bei der Suche nach einem Nachfolger für Cordes galt Saveuse mit seiner Handelserfahrung zeitweise als ein aussichtsreicher Kandidat. Zu einer Kampfkandidatur gegen den ebenfalls chancenreichen Koch kam es aber nicht. Die Entscheidung für Koch wird in Branchenkreisen auch als eine Richtungsentscheidung gesehen für die Fortsetzung des bisherigen Kurses. Dazu gehört die angestrebte Trennung von Kaufhof.

la/dpa-afx

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