Samstag, 18. Januar 2020

Gewinnwarnung Weihnachtsgeschäft verdirbt Metro die Stimmung

Metro-Markt in Berlin: Der Umsatz wird 2011 unter dem des Vorjahres liegen
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Metro-Markt in Berlin: Der Umsatz wird 2011 unter dem des Vorjahres liegen

Nun also doch: Der Handelskonzern Metro hat sowohl seine Gewinn- als auch die Umsatzprognose kassiert. Zur Begründung führen die Düsseldorfer das schwach angelaufene Weihnachtsgeschäft sowie negative Währungseffekte an. Die Aktie begibt sich auf Talfahrt.

Düsseldorf - Setze sich der schwache Verlauf im wichtigen Weihnachtsgeschäft fort, gehe Metro von einem Umsatz leicht unterhalb des Niveaus des Vorjahres von 67,3 Milliarden Euro aus, teilte die im Dax notierte Gesellschaft mit. Zudem erwartet Metro für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) und vor Sondereffekten ebenfalls ein Ergebnis leicht unterhalb des Vorjahreswerts von 2,4 Milliarden Euro.

Der Handelsriese hatte bereits Anfang November ein Fragezeichen hinter seine Gewinnprognose gesetzt. Das Ziel einer Steigerung des Ebit vor Sonderfaktoren um rund 10 Prozent sei nur noch zu erreichen, wenn das Weihnachtsgeschäft deutlich besser laufe als im Vorjahr, hieß es damals. Seinerzeit bestätigte der Vorstand seine bereits revidierte Umsatzprognose. Die Erlöse sollten demnach 2011 über dem Vorjahr liegen.

Der scheidende Konzernchef Eckhard Cordes sagte, in vielen Ländern Europas seien die Kunden infolge der sich verschärfenden Staatsschuldenkrise, der hohen Arbeitslosigkeit und der Sparprogramme stark verunsichert. Außerdem habe sich das konjunkturelle Gesamtbild weiter eingetrübt. "Die daraus resultierende Kaufzurückhaltung spüren wir über alle Vertriebslinien und Ländergrenzen hinweg", erklärte der Manager. "Ursprünglich sind wir davon ausgegangen, dass aufgrund der schwachen Vorjahresbasis das diesjährige Weihnachtsgeschäft wächst", sagte Cordes.

Der Metro-Kurs Börsen-Chart zeigen reagierte mit deutlichen Verlusten auf die Nachrichten. Die Aktie brach um mehr als 10 Prozent ein und war damit schwächster Wert im Dax Börsen-Chart zeigen. "Das war schon eine ziemliche Überraschung, von den Weihnachtsgeschäften hat man sich deutlich mehr erhofft", kommentierte Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe die Metro-Mitteilung. Dass das Weihnachtsgeschäft nur so schleppend angelaufen sei, dürfte auch negativ für andere Konsumwerte sein.

Der Handelsriese treibt ungeachtet seines bisher enttäuschenden Weihnachtsgeschäfts die Verkaufspläne für seine Warenhaustochter Kaufhof voran. Metro habe eine verbindliche Offerte des österreichischen Interessenten Rene Benko und seiner Signa Holding für die Kette erhalten, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag. Mit anderen Interessenten sei der Konzern im Gespräch. Unter anderem hat auch der Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen seine Fühler nach dem Kaufhof ausgestreckt. Metro muss nun entscheiden, mit welchem Bieter der Konzern in Verhandlungen über einen Verkauf des Kaufhofs einsteigt.

mg/ak/dpa-afx/dapd/rtr

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