Kaufhaustochter Metro favorisiert Signa-Gebot für Kaufhof

Drei Bieter buhlen inzwischen um die Kaufhauskette Kaufhof. Der Chef des Mutterkonzerns Metro, Eckhard Cordes, hat offenbar auch schon einen Favoriten. Vor Weihnachten rechnet er allerdings nicht mehr mit einer Entscheidung.
Kaufhauskette Galeria Kaufhof: Berggruen ist ein direkter Konkurrent, Cordes hat Angst um Geschäftsgeheimnisse

Kaufhauskette Galeria Kaufhof: Berggruen ist ein direkter Konkurrent, Cordes hat Angst um Geschäftsgeheimnisse

Foto: Matthias Schrader/ AP

Düsseldorf - Beim angepeilten Verkauf der 134 Kaufhof-Warenhäuser setzt der scheidende Chef des Mutterkonzerns Metro, Eckhard Cordes, bislang offenbar auf die österreichische Immobilienfirma Signa. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Informationen aus Verhandlungskreisen berichtet, hat Cordes am vergangenen Mittwoch Details des Verkaufs mit Signa-Chef René Benko besprochen.

Das Angebot des US-Investors Nicolas Berggruen, der im vergangenen Jahr die Karstadt-Warenhäuser erworben hatte, sei bislang auf wenig Resonanz gestoßen, schreibt die Zeitung. Wegen der unklaren Finanzierung der Kaufhof-Immobilien durch Berggruen werde die Metro  das Angebot derzeit nicht weiter verfolgen, sei dem Verhandlungsführer von Berggruen mitgeteilt worden.

Neben den beiden schon bekannten Bietern hatte vergangene Woche auch ein Konsortium um Ex-Karstadt-Chef Wolfgang Urban den Hut in den Ring geworfen, wie am Wochenende bekannt wurde. An dem Konsortium seien große deutsche Unternehmerfamilien beteiligt, sagte Urban der "Bild am Sonntag". "Wir wollen 51 Prozent von Kaufhof übernehmen, bei Bedarf auch 100 Prozent." Metro könne mit 49 Prozent Minderheitsgesellschafter bleiben, sagte der 66-Jährige der Zeitung.

Doch vor Weihnachten wird Kaufhof wird nach Einschätzung des scheidenden Metro-Chefs Eckhard Cordes voraussichtlich nicht mehr den Besitzer wechseln. "Wir sind dabei, die Angebote zu prüfen. Wir sitzen aber noch nicht am Verhandlungstisch", sagte Cordes.

Der Kaufhof-Verkauf sei auch deshalb nicht einfach, weil mit dem Karstadt-Besitzer Berggruen ein direkter Konkurrent auf den Plan getreten sei, betonte Cordes. In dem Verkaufsverfahren gehe es immerhin um sehr intime Unternehmensdaten bis hin zu Zahlen einzelner Standorte. "Ich sage nicht, dass wir mit Berggruen keinen Deal machen können, aber wir sollten erst dann volle Transparenz und Einsicht in unsere Bücher geben, wenn wir sicher sind, dass wir mit ihm auch einen Deal machen können", meinte der Metro-Chef.

mg/dapd/dpa-afx
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