Sonntag, 26. Januar 2020

Metro Karstadt-Eigner Berggruen bietet für Kaufhof

Karstadt-Eigner Berggruen: Vision einer Deutschen Warenhaus AG

Seit langem wird über eine Deutsche Warenhaus AG mit Karstadt und Kaufhof unter einem Dach spekuliert. Nun hat Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen Metro ein Angebot für die Kaufhauskette vorgelegt. Ein griechischer Investor könnte Berggruen allerdings noch einen Strich durch die Rechnung machen.

Berlin/Düsseldorf - Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen will den Konkurrenten Kaufhof übernehmen. Berggruen habe dem Düsseldorfer Handelskonzern Metro, zu dem Galeria Kaufhof gehört, ein entsprechendes Angebot vorgelegt, teilte Metro mit. Ziel ist es, Karstadt und Kaufhof unter einem Dach zu vereinen. Damit würde die Vision einer "Deutschen Warenhaus AG", über die seit Jahren spekuliert wird, einen Schritt näher rücken.

Ein Berggruen-Sprecher sagte, Berggruen habe das Investment bei Karstadt immer als langfristig angesehen. "Wir glauben an das Geschäftsmodell Warenhaus." Berggruen hatte die insolvente Kette mit insgesamt 115 Häusern in Deutschland 2010 nach einer monatelangen Zitterpartie übernommen.

Metro bestätigte inzwischen auch Sondierungsgespräche mit der österreichischen Immobiliengruppe Signa. Hinter dieser steht nach Angaben aus Industriekreisen der griechische Milliardär und Reeder Georgios Economou, der 40 bis 50 Prozent an dem Unternehmen hält. Einem Metro-Sprecher zufolge hat zudem auch die spanische Kaufhaus-Gruppe Corte Inglés Interesse an Kaufhof gezeigt.

Dem "Handelsblatts" zufolge soll über den möglichen Verkauf bis Weihnachten entschieden sein. Kaufhof-Interessenten sollen als Mindestgebot eine Kaufsumme von 2,4 Milliarden Euro genannt haben, um Einblick in die Bücher der Metro-Tochter mit 134 Warenhäusern zu bekommen, schreibt die Zeitung.

Der Aufsichtsrat der Metro Börsen-Chart zeigenwill heute in Düsseldorf zusammenkommen, am Donnerstag legt der scheidende Konzernchef Eckhard Cordes die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate vor. Der Konzern sucht seit Jahren einen Käufer für Kaufhof, obwohl die Warenhäuser gewinnbringend sind. Kaufhof hat 139 Filialen, für das Unternehmen arbeiten rund 20.000 Menschen.

mg/dpa-afx/afp

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