Bierabsatz Trinkfeste Russen retten Heinekens Sommer

Der Sommer war kalt - zu kalt für den weltweit drittgrößten Brauereikonzern Heineken. Ein paar durstige Nationen konnten die sinkende Nachfrage in Europa jedoch kompensieren: Trinkfeste Russen und Afrikaner haben nun das Sommerquartal von Heineken gerettet.
Heineken-Bier: Russen und Afrikaner greifen häufiger zu dem teuren holländischen Gebräu

Heineken-Bier: Russen und Afrikaner greifen häufiger zu dem teuren holländischen Gebräu

Foto: SANG TAN/ AP

Amsterdam - Der Bier-Durst in Russland und Afrika lässt die Kassen von Heineken klingeln. Eine hohe Nachfrage in Osteuropa, Afrika sowie dem Nahen Osten hat das Geschäft des Brauereikonzerns Heineken  im dritten Quartal gestützt. Die Niederländer profitierten zudem von höheren Preisen und einem deutlichen Absatzplus der vergleichsweise teuren Marke Heineken. Bereinigt um Effekte aus Währungsveränderungen sowie Zukäufe seien die Erlöse um drei Prozent auf 4,65 Milliarden Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Amsterdam mit. Wegen der weiter steigenden Kosten ging der operative Gewinn jedoch zurück.

Mit dem Umsatz- und Absatzplus übertraf Heineken die Erwartungen der Experten. Am Aktienmarkt ging es deshalb aufwärts. In den ersten Handelsminuten stiegen die Papiere um mehr als zwei Prozent auf 36,29 Euro und erholten sich damit weiter von deutlichen Kursverlusten der vergangenen Wochen. Die Aktien des Brauereiunternehmens hatten von Ende Juli bis Anfang Oktober wegen der schwachen Märkte und einer Gewinnwarnung um rund ein Viertel an Wert verloren und kosteten zeitweise weniger als 32 Euro.

Die 1864 gegründete Brauerei ist nach AB Inbev und SABMiller der drittgrößte Bierhersteller der Welt. Wie die Konkurrenten kaufen die Niederländer seit Jahren kleinere Brauereien hinzu. In Deutschland ist Heineken zum Beispiel seit 2002 über eine 49,9-prozentige Beteiligung bei der Brau Holding International (BHI) vertreten.

Gemeinsam mit dem Mehrheitseigentümer - der Schörghuber Unternehmensgruppe - kontrolliert das Unternehmen damit regional bekannten Marken wie Hacker-Pschorr, Kulmbacher, Paulaner, Schmucker, Thurn & Taxis oder Würzburger Hofbräu. Seit Ende März 2010 hat der Konzern das Biergeschäft des mexikanischen Getränkekonzerns FEMSA in Brasilien und Mexiko sowie Waverley TBS in Großbritannien übernommen.

wed/rtr/dpa
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