Discounter werden teurer Rohstoffkosten treiben Lebensmittelpreise nach oben

Deutsche Discounter haben ihre Preise im Vergleich zum restlichen Einzelhandel zuletzt kräftig erhöht. Doch auch Rewe & Co. rechnen mit Preissteigerungen vor allem für Lebensmittel. Grund sind die Rohstoffpreise.
Nicht mehr ganz so billig: Produkte des Discounters Lidl

Nicht mehr ganz so billig: Produkte des Discounters Lidl

Foto: ddp

München - Die vermeintlichen Billiganbieter des Handels, die Discounter, haben laut einem "Focus"-Bericht in den vergangenen Monaten kräftig die Preise erhöht. Wie das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) berichtet, verteuerten Aldi, Lidl und andere Discounter ihre Waren zwischen Januar und August im Schnitt um vier Prozent.

Das sei deutlich mehr als beim Rest der Branche: Im gesamten Lebensmittel-Einzelhandel lag das Preis-Plus demnach "nur" bei 2,3 Prozent. Wobei die Inflationsrate in Deutschland über alle Protdukte gerechnet im September im Jahresvergleich bei 2,9 Prozent lag.

In einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" hatte am Wochenende allerdings auch der Chef des Einzelhandelskonzerns Rewe, der Franzose Alain Caparros, weitere Preissteigerungen angekündigt. Wie andere Manager aus der Branche rechnet Caparros mit Preissteigerungen bei einigen Lebensmitteln wegen höherer Rohstoffkosten.

Dies würde sich aber nicht automatisch auf die Verbraucher auswirken: "Wir können nicht einfach jede Preiserhöhung eins zu eins an die Kunden weitergeben", sagte der Rewe-Chef der Zeitung.

Studie gibt Rewe-Chef Recht

Gegenüber der deutschen Lebensart stellte der Franzose im gleichen Interview fest, dass den Deutschen die Leidenschaft für festliche Essen im Familienkreis fehle. "Kaffee und Kuchen am Sonntagnachmittag - das war's dann", sagte Capparos dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Dennoch gebe es bei den in puncto Lebensmittel traditionell knauserigen Deutschen inzwischen eine Bereitschaft, für hochwertige Nahrungsmittel mehr Geld auszugeben. Und einen Trend zu heimischen Leckerbissen: "Immer mehr Menschen bevorzugen Produkte aus der Region, in der sie leben."

Dass die deutschen Verbraucher bei Lebensmitteln vor allem auf den Preis achten, erst dann auf die Qualität, bestätigte jüngst eine Studie der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervorgeht.

Veröffentlicht wurde sie aus Anlass der am Samstag in Köln gestarteten und weltweit größten Ernährungsmesse "Anuga".

krk/dpa

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