Fotostrecke

Kampf um die WAZ: Die Akteure im Übernahmepoker

Foto: DPA

WAZ-Großaktionärin Petra Grotkamp weist Springer-Offerte zurück

Der Axel-Springer-Verlag sorgt für eine Bieterschlacht um Deutschlands drittgrößten Zeitungskonzern. WAZ-Großaktionärin Petra Grotkamp, die kürzlich ein Angebot zur Mehrheitsübernahme der Gruppe vorgelegt hatte, wies das Angebot harsch zurück.

Hamburg - Die von Springer anvisierten WAZ-Geschäftsbereiche stünden nicht zur Disposition und der Berliner Verlag könne gemäß den Gesellschafterverträgen "auch nicht Gesellschafter der WAZ-Mediengruppe werden", ließ WAZ-Teileignerin Petra Grotkamp am Freitagabend von ihrem Anwalt Andreas Urban mitteilen.

Eine Zerschlagung oder einen Verkauf des Traditionsunternehmens ("Westdeutsche Allgemeine", "Neue Rhein/Neue Ruhr-Zeitung", "Westfälische Rundschau") werde es mit ihr nicht geben, kündigte Grotkamp an. Sie wolle vielmehr dafür sorgen, dass die WAZ als unabhängiges Unternehmen bestehen bleibt.

Die gesamte Funke-Gruppe ließ unterdessen erklären, sie sei derzeit an einem Verkauf auch von Geschäftsanteilen der WAZ-Gruppe nicht interessiert. "Daher ergeben sich keine Verhandlungsmöglichkeiten mit der Axel Springer AG", erläuterte Sprecher Klaus Schubries.

Petra Grotkamp ist Tochter des WAZ-Mitgründers Jakob Funke und Ehefrau des langjährigen Verlagschefs Günther Grotkamp. Sie hält derzeit 16,67 Prozent an der WAZ und hatte Ende August angekündigt, den Anteil der Familie Brost übernehmen zu wollen.

Der Essener Großverlag gehört zu je 50 Prozent den Nachfahren seiner Gründer: den Töchtern von Jakob Funke und den drei Brost-Enkeln, deren Anteil in einer Holding gebündelt ist.

Zuvor hatte manager magazin exklusiv gemeldet, dass die Axel Springer AG beim geplanten Eigentümerwechsel bei der WAZ dazwischenfunken will. Das Gegenangebot von Springer beläuft sich auf bis zu 1,4 Milliarden Euro für das gesamte Unternehmen.

Kampf um die WAZ: Die Akteure im Übernahmepoker

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.