Marode Handelskette Karstadt-Sanierer legt Konzept vor

Beim Umbau der Warenhauskette Karstadt kann der Sanierer Andrew Jennings wohl auf die Unterstützung des Aufsichtsrats setzen. Das von ihm vorgelegte Konzept sei "sehr positiv aufgenommen worden", teilte das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung mit.
Auf dem Weg nach oben? Karstadt muss grundlegend saniert werden

Auf dem Weg nach oben? Karstadt muss grundlegend saniert werden

Foto: DDP

Essen - Zu Einzelheiten von Andrews' Sanierungskonzept wollte das Unternehmen keine Stellung nehmen. Die Pläne unter dem Titel "Karstadt 2015" sollen in den nächsten Tagen zunächst den rund 22.000 Mitarbeitern vorgestellt werden. Erst dann werde die Öffentlichkeit informiert, hieß es.

Seit dem Amtsantritt von Jennings vor gut einem halben Jahr wird mit Spannung auf das Konzept des früheren Woolworth-Managers gewartet. Nach der Insolvenz der Warenhauskette hatte der Investor Nicolas Berggruen Karstadt im Oktober vergangenen Jahres übernommen. Als besondere Herausforderung gilt die Fortführung der Warenhauskette nach dem Auslaufen eines mit den Beschäftigten geschlossenen Sanierungstarifvertrags, der dem Unternehmen Kosteneinsparungen in Millionenhöhe verschafft hatte.

Der britische Manager Jennings, der seit Jahresbeginn an der Karstadt-Spitze steht, gilt als erfahrener Sanierungsexperte. Er hatte bis Ende 2009 bei Woolworth Südafrika Erfahrung bei der Restrukturierung einer Kette mit 400 Warenhäusern und einem Umsatz von 2,8 Milliarden US-Dollar (gut zwei Milliarden Euro) gesammelt.

Mit rund 22.000 Mitarbeitern betreibt Karstadt derzeit 86 Warenhäuser, drei sogenannte Premiumhäuser und 26 Sporthäuser. Die Aufteilung des Unternehmens in die drei eigenständigen Bereiche war im Mai dieses Jahres bereits unter der Regie von Jennings beschlossen worden. Damals hatte das Unternehmen versichert, alle drei Geschäftsbereiche langfristig und systematisch weiterentwickeln zu wollen.

Mit Mehmet Kosematoglu wurde am Mittwoch auch ein neues Mitglied in den Karstadt-Aufsichtsrat berufen. Kosematoglu gehöre seit 2006 der Holding des Karstadt-Investors Berggruen an und sei dort für die Investments in der Türkei verantwortlich, hieß es.

cr/dpa-afx
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.