Handelsgruppe Rewe profitiert vom Konjunkturboom

Nach einem Rekordumsatz von 53 Milliarden Euro im Jahr 2010 setzt der Lebensmittelhändler Rewe weiter auf Expansion. In diesem Jahr sind mehr als 350 weitere Märkte im In- und Ausland geplant. Das gute Konsumklima in Deutschland hat für einen guten Start ins laufende Geschäftsjahr gesorgt.

Köln - Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe setzt weiter auf Expansion. In diesem Jahr sei die Neueröffnung von mehr als 350 Märkten im In- und Ausland geplant, teilte das Unternehmen am Dienstag auf seiner Bilanzpressekonferenz in Köln mit. Im vergangenen Jahr belieferte die Gruppe 15.571 Märkte.

Der Start ins laufende Geschäftsjahr fiel den Angaben zufolge erfolgreich aus. In den ersten vier Monaten 2011 sei der Konzernumsatz um 5 Prozent gestiegen, erklärte das Unternehmen. Im vergangenen Jahr hatte die Rewe-Gruppe mit 53 Milliarden Euro den höchsten Umsatz in der über 80-jährigen Unternehmensgeschichte erwirtschaftet.

Allein in Deutschland setzte das Unternehmen 36,5 Milliarden Euro um und damit 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

"Zur positiven Umsatzentwicklung in Deutschland hat sicherlich das grundsätzlich robuste Konsumklima beigetragen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Rewe Group, Alain Caparros. Angesichts der steigenden Kosten unter anderem für Strom und Benzin würden die Budgets der privaten Haushalte inzwischen jedoch deutlich stärker belastet. "Daher wird 2011 kein Selbstläufer für die Rewe Group" prognostizierte Caparros.

Robustes Konsumklima treibt den Umsatz

Die Mitarbeiterzahl der Rewe-Gruppe wuchs im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent auf knapp 336.000 - davon 224.000 in Deutschland. Zur Gruppe gehören neben Handelsketten wie Rewe, Penny oder die Baumarktkette toom auch die Touristiksparte, zu der unter anderem Atlasreisen und ITS zählen.

Gesondert ausgewiesen werden Zahlen für den Rewe-Konzern, bei dem die selbstständigen Einzelhändler der Rewe-Gruppe und Beteiligungen nicht berücksichtigt werden. Dort stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent auf 39 Milliarden Euro. Trotzdem sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) um 37 Prozent auf 514 Millionen Euro.

Im Bereich Discount stieg die Zahl der Penny-Märkte um 2,2 Prozent auf 3.668 Filialen - außerhalb Deutschlands ist die Kette auch in Italien, Österreich, Ungarn, Tschechien, Rumänien und Bulgarien aktiv. Dabei entwickelte sich das Geschäft im Ausland besser als in Deutschland.

Im Geschäftsfeld Tourismus wurden die Umsätze trotz Griechenlandkrise und Aschewolke eines isländischen Vulkans um 4,3 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro gesteigert.

la/dapd
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