Expansion Domino's drängt nach Deutschland

Das Geschäft der Pizzalieferdienste in Deutschland wächst seit Jahren. Jetzt drängt auch die US-Kette Domino's auf den Markt und will in den nächsten zehn Jahren 1000 Filialen eröffnen. Doch das Angebot unterscheidet sich nicht wirklich von dem der Konkurrenz.
Erste Filiale in Berlin: Domino's will den deutschen Markt erobern

Erste Filiale in Berlin: Domino's will den deutschen Markt erobern

Foto: DPA

Berlin - Wer sonntags vor dem Tatort noch schnell eine Pizza bestellen will, hat die Qual der Wahl. "Joey's Pizza", "Hallo Pizza" oder "Call-a-Pizza" heißen einige der vielen Anbieter, die sich den deutschen Markt aufteilen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie allesamt eher mittelgroße Firmen sind. Große Ketten wie McDonald's für Hamburger, Starbucks für Kaffee oder auch Pizza Hut für Pizza-Restaurants gibt es bei den Pizzabotendiensten hierzulande nicht. In vielen anderen europäischen Ländern ist das anders. Ab dem Wochenende greift eine riesige Pizzalieferkette nun aber auch den deutschen Markt an.

Am Samstag nimmt die US-Kette Domino's Pizza ihr Deutschland-Geschäft auf. Domino's ist nach eigener Aussage die weltweit größte Pizzalieferkette. Jedes Jahr liefert Domino's weltweit mehr als 400 Millionen Pizzas aus. Sie betreibt 9000 Geschäfte in 66 Ländern und macht 5,6 Milliarden US-Dollar (3,8 Milliarden Euro) Umsatz. Zum Vergleich: Die deutschlandweit agierenden Joey's Pizza und Hallo Pizza machen mit ihren je rund 160 Filialen knapp 80 Millionen Euro Umsatz. Domino's eröffnet die erste Niederlassung in Berlin, in den nächsten zehn Jahren sollen rund tausend Geschäfte in ganz Deutschland folgen.

Es ist bereits der zweite Versuch, den Domino's Pizza in Deutschland unternimmt. Schon in den 80er Jahren wollte das Unternehmen hierzulande Fuß fassen. Es scheiterte, und während die Kette in ganz Europa von Island bis in die Türkei bereits ihre Pizzen verkauft, hat sie 30 Jahre gewartet, bevor sie es auf dem deutschen Markt erneut versuchte.

"Die Deutschen sind offener geworden, wenn es um das Probieren neuer Produkte geht", glaubt der Deutschland-Chef von Domino's Pizza, Birgir Thor Bieltvedt. "Der deutsche Restaurantmarkt hat sich innerhalb der letzten fünf bis zehn Jahre aufgrund der veränderten Kundenbedürfnisse gewandelt." Unternehmen wie die Sandwich-Kette Subway oder McDonald's hätten den Sprung auf den Markt geschafft beziehungsweise expandiert.

Erfolg hängt vom richtigen Konzept ab

Dass das schnelle Essen im Trend liegt, stellte auch der Dachverband des Hotel- und Gaststättengewerbes (Dehoga) in seiner jüngsten Analyse fest. Es gibt aber zwei Seiten dieses Trends, von denen nur einer den Pizzalieferketten in die Karten spielt. Nämlich der Punkt, dass immer mehr Deutsche gern in standardisierten Ladenketten essen und trinken. Gleichzeitig ist auch wahr: Derzeit steht vor allem leichtes Essen auf der Wunschliste der Konsumenten ganz oben - Sushi etwa oder thailändische Gerichte mit viel Gemüse und wenig Fett.

Inwieweit eine Kette wie Domino's Pizza sich in diesem Umfeld durchsetzen kann, hängt laut Dehoga-Sprecher Philipp Rust davon ab, ob die Firma das richtige Konzept hat. Das Konzept fasst Domino's-Sprecherin Katja Weinhold so zusammen: "Lieferung in 30 Minuten, erstklassiger Service und gute Qualität der Zutaten." Wird die Pizza auch nur eine Minute zu spät geliefert, gibt es zwei Euro Preisnachlass.

Grundlegend unterscheidet sich das Konzept damit erst einmal nicht wirklich von der Konkurrenz. Auch bei vielen anderen Pizzadiensten gibt es einen Bonus bei Verspätung. Auch bei vielen anderen Aspekten gleicht das Domino's-Angebot dem, was jeder kennt, der schon mal eine Pizza nach Hause kommen hat lassen: Der Kunde kann zwischen 16 Pizzasorten wählen oder die Pizza frei bestücken, und er kann zwischen zwei Größen wählen. Auch die Preise ähneln der Konkurrenz.

Zur Eröffnung wird das Unternehmen aber erstmal massenhaft Pizza verschenken, bevor es seine Kuriere in schwarzen Smart-Autos durch die Stadt schickt.

sk/afp
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