Dienstag, 16. Juli 2019

Sponsorpartner Chelsea steigt aus Adidas bittersüßer Abschied vom FC Chelsea

Champions-League-Sieger steigt bei Adidas aus: Der FC Chelsea hatte dem FC Bayern 2012 im "Finale dahoam" eine bittere Niederlage beigebracht. 2017 dürfte Chelsea im Gewand von Nike oder Under Armour auflaufen

Eine millionenschwere Entschädigungszahlung soll Adidas den Absprung des prestigeträchtigen Sponsorpartners FC Chelsea versüßen. Der englische Premier-League-Fußballclub steigt Mitte 2017 aus dem gemeinsamen Marketing aus - 6 Jahre vor dem eigentlichen Ende.

Als Folge der avisierten Entschädigungszahlung erhöhte der Adidas Börsen-Chart zeigen erneut die eigene Gewinnprognose. Rund 25 Prozent mehr Überschuss aus den fortgeführten Geschäftsbereichen sollen es jetzt sein. Das wären etwa 900 Millionen Euro und damit mindestens 50 Millionen Euro mehr als am oberen Ende der bisherigen Prognosespanne.

Die operative Marge soll dadurch auch auf rund 7,0 Prozent (bisher erwartet: 6,6 bis 7,0 Prozent) zulegen. Adidas und Chelsea selbst hielten sich bedeckt über die konkrete Höhe der Zahlung, die die Franken im zweiten Quartal verbuchen. Adidas sprach aber von einem Gewinneffekt "im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich".

Der Deal hat für Adidas zwei Seiten. Einerseits fließt kurzfristig ein zweistelliger Millionenbetrag in die Kasse. Andererseits wird ab 2017 ein Top-Werbepartner zur Konkurrenz wechseln - wahrscheinlich zu Nike Börsen-Chart zeigen oder zu Under Armour. Damit würde Nike, die der Konkurrenz in punkto Umsatz und Gewinn bereits weit enteilt sind, Adidas weiter auf Abstand halten.

DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm wertete das vorzeitige Vertragsende zwar positiv - gebe es den Herzogenaurachern doch einen größeren finanziellen Spielraum für Engagements bei anderen Top-Clubs. Berenberg-Expertin Zuzanna Pusz dagegen sah darin ein eher beunruhigendes Anzeichen dafür, dass sich der Kampf um Sponsorenrechte in Europa aufheizen könnte.

Abramowitsch-Club will mehr Geld einsammeln - wahrscheinlich von Nike

Wie die englische Presse spekuliert, will der Club des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch künftig pro Jahr deutlich mehr Geld für das auf den Trikots getragene Herstellerlogo erhalten. Laut britischer Daily Mail soll der Kontrakt dem Verein aus London 30 Millionen britische Pfund (38 Mio Euro) jährlich eingebracht haben.

Liga-Rivale Manchester United, seit 2014 ebenfalls Partner von Adidas Börsen-Chart zeigen - soll dagegen aber 75 Millionen Pfund einstreichen.

Gewehr bei Fuß stehen soll demnach auch bereits Adidas-Konkurrent Nike Börsen-Chart zeigen. Ein gutes Angebot der Amerikaner könnte bei Chelsea die Bereitschaft gefördert haben, mittels einer Entschädigungszahlung aus der seit 2006 bestehenden Partnerschaft auszusteigen, schätzt Commerzbank-Analyst Andreas Riemann. Allerdings steht Nike nach britischen Medien derzeit auch vor einem Abschluss mit dem Premier-League-Club Tottenham Hotspurs.

Adidas selbst hat derweil weiter andere Eisen im Feuer, die den Bekanntheitsgrad der Marke stärken sollen - darunter die Top-Clubs Real Madrid, Bayern München und Juventus Turin.

la/dpa

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