Nach Massaker von Charleston Walmart verbannt Artikel mit Konföderierten-Flagge aus Regalen

Von mm-newsdesk
Walmart: Wir wollen nie jemanden mit unseren Produkten angreifen"

Walmart: Wir wollen nie jemanden mit unseren Produkten angreifen"

Foto: ? Jim Young / Reuters/ REUTERS

Der größte US-Einzelhändler Walmart stoppt den Verkauf von Artikeln mit der umstrittenen Konföderierten-Flagge. "Wir wollen nie jemanden mit unseren Produkten angreifen", sagte ein Walmart-Sprecher am Montag dem Sender CNN. Nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Kirchen-Massaker im Bundesstaat South Carolina ist ein alter Streit um die Verwendung der Flagge neu entbrannt.

Das Symbol aus dem US-Bürgerkrieg (1861-1865) steht Kritikern zufolge für die damalige Bereitschaft der Südstaaten, in den Krieg zu ziehen, um die Sklaverei beibehalten zu können. Walmart hatte die Flagge selbst und andere Artikel wie T-Shirts oder Gürtelschnallen mit dem Abzeichen im Angebot. Laut CNN verkaufen auch Ebay und Amazon solche Produkte. Bislang hätten die Unternehmen sich nicht dazu geäußert.

Nach dem Kirchen-Massaker von Charleston will South Carolinas republikanische Gouverneurin Nikki Haley zudem das rote Banner vom Kapitol in der Hauptstadt des Bundesstaats in Columbia entfernen lassen.

"Diese Flagge, wenngleich ein wesentlicher Bestandteil unserer Vergangenheit, vertritt nicht die Zukunft unseres großartigen Staates", sagte Haley am Montag. Durch ihre Entfernung könne der neun Afroamerikaner gedacht werden, die vergangene Woche in einer Kirche in Charleston von einem 21-jährigen weißen Einzeltäter ermordet wurden.

Die Flagge aus Bürgerkriegszeiten (1861-1865) steht Kritikern zufolge für die Bereitschaft der damals zusammengeschlossenen Südstaaten, in den Krieg gegen die nördlichen US-Bundesstaaten zu ziehen, um die Sklaverei beibehalten zu können. Sie wurde auch eingesetzt, um Afroamerikaner einzuschüchtern. Befürworter sehen sie dagegen unter anderem als Symbol, um der Kriegsopfer ihrer Vorfahren zu gedenken. Neben South Carolina wird auch in anderen Südstaaten immer wieder über die Verwendung der Flagge diskutiert, etwa in Florida, Georgia und Mississippi.

Präsident Barack Obama will nach Angaben des Weißen Hauses am Freitag die Grabrede für den bei dem Blutbad in Charleston ermordeten Pfarrer Clementa Pinckney halten. Obama kannte den Mann, der demokratischer Senator im Landesparlament ist, persönlich. Das Massaker, bei dem sechs Frauen und drei Männer im Alter von 26 bis 87 Jahren ums Leben kamen, hat in den USA neue Ängste über rassistisch motivierte Angriffe geschürt. Es folgt auf die Tode mehrerer unbewaffneter Afroamerikaner durch weiße Polizisten. Walter Scott war etwa Anfang April im benachbarten North Charleston von einem Polizisten in den Rücken geschossen worden.

la/dpa/afp
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.