Ceconomy gibt sich neue Struktur 3500 Jobs bei Media-Markt- und Saturn-Mutter auf der Kippe

Die Umsätze zogen zuletzt wieder an. Doch der Elektronikhändler Ceconomy gibt sich eine neue Struktur und will weiter sparen. Bis zu 3500 Stellen sind bedroht, Filialen könnten geschlossen werden.
Media Markt und Saturn: Die Stellen sollen wohl überwiegend im Ausland abgebaut werden, teilt die Mutter Ceconomy mit

Media Markt und Saturn: Die Stellen sollen wohl überwiegend im Ausland abgebaut werden, teilt die Mutter Ceconomy mit

Foto: Armin Weigel/ DPA

Beim Elektronikhändler Ceconomy mit seinen Ketten Media Markt und Saturn könnten im Zuge einer Neuaufstellung mehrere tausend Stellen wegfallen. Es werde die Einführung einer konzernweit einheitlichen Organisationsstruktur geprüft, bei deren Umsetzung bis zu 3500 Vollzeitstellen wegfallen könnten, teilte Ceconomy am Mittwoch in einer Adhoc-Mitteilung mit .

Zudem könnten europaweit einige defizitäre Filialen mangels Kunden geschlossen werden. Der Stellenabbau soll vorwiegend das europäische Ausland treffen, hieß es weiter. Details wurden in der Mitteilung nicht genannt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 55.000 Mitarbeiter.

Die Kosten für den Umbau würden sich auf rund 180 Millionen Euro belaufen. Die Umsetzung der angedachten Maßnahmen soll aber auch die jährlichen Kosten um etwas mehr als 100 Millionen Euro drücken. Ceconomy will laut Mitteilung am 12. August darüber entscheiden.

Mit einer einheitlichen Organisation würden Voraussetzungen für einen Umbau geschaffen. Abläufe in der Verwaltung und den Landesgesellschaftem sollen effizienter werden.

Umsätze steigen wieder, doch Kauflust wird nachlassen

Ceconomy hatte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 einen Verlust von 309 Millionen Euro verbucht. Vor Jahresfrist hatte die Holding noch einen Gewinn von 20 Millionen Euro erwirtschaftet. Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr würden deutlich sinken, hatte der Konzern Mitte Mai angekündigt.

Besserung zeichnete sich dann nach Lockerung der Corona-Beschränkungen ab Mitte Mai ab. In dem Monat selbst lagen die Umsätze des Elektronik-Handelskonzerns mit 1,55 Milliarden Euro sogar schon 3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Juni übertrafen die Verkaufszahlen mit 1,75 Milliarden Euro den Vorjahreswert sogar um 12 Prozent. Enormen Anteil daran hatte vor allem das Online-Geschäft, das im dritten Geschäftsquartal (April bis Juni) um 145 Prozent zulegte, wie Ceconomy Mitte Juli mitteilte .

Trotz der wieder erwachten Kauflust hinterließ die Corona-Krise tiefe Spuren in den Quartalszahlen des Händlers. Der Umsatz zwischen April und Juni war um 10 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro unter das Vorjahresniveau abgerutscht. Der Rückgang sei ausschließlich auf die verordneten Marktschließungen im April zurückzuführen, erklärte das Unternehmen.

Der positive Umsatztrend aus dem Juni habe sich im Juli fortgesetzt. Allerdings geht das Management davon aus, dass Nachholeffekte nachlassen und sich die Umsatzdynamik im Laufe des vierten Quartals eher abschwächen werde.

rei mit dpa