Hamburger Hafen Hafenkonzern HHLA verdoppelt das Ergebnis

Der Containerumschlag im Hamburger Hafen stieg 2021 nur moderat. Doch verdiente die HHLA gut mit Lagergeldern, weil viele Container wegen der teils wochenlangen Schiffsverspätungen länger im Hafen stehen blieben.
Runter vom Schiff: Viele Container mussten wegen der Pandemie-Wirren im vergangenen Jahr länger im Hafen verweilen, das trieb die Lagergelderlöse der HHLA in die Höhe

Runter vom Schiff: Viele Container mussten wegen der Pandemie-Wirren im vergangenen Jahr länger im Hafen verweilen, das trieb die Lagergelderlöse der HHLA in die Höhe

Foto: FOCKE STRANGMANN/EPA-EFE/REX

Die Turbulenzen im Containerverkehr haben die Einnahmen des Hamburger Hafen- und Logistikkonzerns HHLA sprudeln lassen. Der Umsatz des börsennotierten Teilkonzerns kletterte im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit .

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdoppelte sich sogar fast auf 213 Millionen Euro und übertraf damit die erst im Oktober angehobene Prognose deutlich. Weil wegen der teils mehrwöchigen Schiffsverspätungen viele Container länger im Hafen stehen bleiben, kassiert die HHLA deutlich höhere Lagergelder. Anleger griffen nach der Bekanntgabe der Zahlen zu, die HHLA-Aktien gewannen zeitweise vier Prozent.

Den Containerumschlag steigerte der Logistikkonzern nur moderat um 2,5 Prozent auf rund 6,9 Millionen Stahlboxen. Der Transport über das Schienennetz im Hinterland des Hamburger Hafens wuchs um zehn Prozent auf knapp 1,7 Millionen Standardcontainer (TEU). Einschließlich des Immobiliengeschäfts steigerte der Konzern den Umsatz um 12,7 Prozent auf fast 1,5 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn erhöhte sich um rund 85 Prozent auf 228 Millionen.

HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath (55) sprach von "herausfordernden Bedingungen" in der Corona-Pandemie. "Einmal mehr bestätigt sich, dass die HHLA ein stabiler und leistungsfähiger Knotenpunkt in den globalen Lieferketten ist und jederzeit eine zuverlässige Versorgung von Unternehmen und Verbrauchern in Deutschland und Europa sicherstellt."

In den Verhandlungen über einen Zusammenschluss der norddeutschen Häfen zeichnet sich einem Insider zufolge unterdessen weiter keine Einigung ab. Bis zur Bilanz-Pressekonferenz der HHLA am 24. März werde man wissen, ob das Projekt zustande komme oder nicht, sagte die Person mit Kenntnis der Abläufe. Das Unternehmen selbst äußerte sich nicht.

Titzrath hatte sich im November noch zuversichtlich gezeigt, dass mit dem Bremer Konkurrenten Eurogate bald eine Absichtserklärung unterzeichnet werden könne. Bei den Gesprächen geht es um die Zusammenführung der acht Containerterminals in Hamburg, Bremen und Wilhelmshaven. Damit wollen die norddeutschen Häfen ihre Position gegenüber den Konkurrenten in Rotterdam und Antwerpen stärken.

Die vollständigen Geschäftsjahreszahlen für das Jahr 2021 sowie einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr will der Konzern am Donnerstag, 24. März, geben.

rei/Reuters
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