Hall of Fame der deutschen Wirtschaft Investoren, Unternehmerin und Manager – im Ruhm vereint

Mit den Biontech-Investoren Thomas und Andreas Strüngmann, der Ausnahmeunternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller und dem Allianz-Manager Michael Diekmann ziehen vier Stars in die virtuelle Ruhmeshalle ein.
Festliches Ambiente: Im Schlosshotel Kronberg ehrte das manager magazin die Laureaten der Hall of Fame

Festliches Ambiente: Im Schlosshotel Kronberg ehrte das manager magazin die Laureaten der Hall of Fame

Foto: Wolfgang von Brauchitsch für manager magazin

Der Abend stand ganz im Sinne des Aufbruchs. Im Rahmen einer Feierstunde im Schlosshotel Kronberg wurden am Montag die Biontech-Investoren Thomas und Andreas Strüngmann (71), die Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller (61) vom Lasermaschinenbauer Trumpf sowie Michael Diekmann (66), der Aufsichtsratschef der Allianz, in die Hall of Fame der deutschen Wirtschaft aufgenommen. Sie betonten in ihren Reden, wie wichtig unternehmerische Entschlossenheit ist, um Innovation und Fortschritt zu erzeugen.

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Hall of Fame 2021

Foto: Wolfgang von Brauchitsch für manager magazin

"Der Mut steht am Anfang des Handelns, das Glück erst am Ende", sagte etwa Thomas Strüngmann vor den rund 120 hochkarätigen Gästen, die sich coronakonform im Schlosshotel versammelt hatten. Mit Blick auf die beiden Biontech-Gründer Özlem Türeci (54) und Ugur Sahin (56), die ebenfalls unter den Gästen waren, sagte er: "Es stecken viele Biontechs in Deutschland."

Die Hall of Fame der deutschen Wirtschaft ist eine virtuelle Ruhmeshalle mit fast drei Jahrzehnten Tradition. Seit 1992 ehrt das manager magazin jedes Jahr Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft, die die wirtschaftliche, gesellschaftliche und soziale Entwicklung der Bundesrepublik besonders geprägt haben – getreu dem Motto "Gegen Mutlosigkeit und Mittelmaß". Inzwischen sind rund 70 Frauen und Männer in den Kreis aufgenommen worden.

Die Strüngmann-Brüder, Laureaten des Jahres 2021, hätten zunächst mit ihrem Generika-Unternehmen Hexal und später mit ihren Investments in Biontech als Disruptoren fungiert, sagte der langjährige Merck-Chef und Freund Stefan Oschmann (64) in seiner Lobrede. Die beiden würden den typischen Enthusiasmus von Unternehmern mit der kritischen Rolle klassischer Investoren verbinden. "Ihr habt mehrfach bewiesen, dass Ihr lebensrettende Technologien aufbauen könnt."

Die Laudatio auf Nicola Leibinger-Kammüller, die das Familienunternehmen Trumpf seit 2005 als Chefin anführt und mit großem Erfolg durch Finanz- und Coronakrise steuerte, hielt die Fernsehmoderatorin Nina Ruge (65). Die Unternehmerin habe "einen völlig neuen Führungsstil an den Tag gelegt", sagte Ruge, die mit ihrem Ehemann Wolfgang Reitzle (72) zu den Freunden der Familie zählt. "Nicola hat keine Angst vor tiefgreifendem Wandel und trifft schnelle und mutige Entscheidungen", so Ruge.

Nachdem ihr inzwischen verstorbener Vater Berthold Leibinger bereits 2001 in die Hall of Fame aufgenommen worden war, ist die Unternehmerin nun schon die Zweite aus der Familie in diesem Kreis – "was richtig gut ist", wie sie in ihrer Dankesrede sagte.

Ebenfalls geehrt wurde Michael Diekmann, der langjährige Vorstandschef und heutige Aufsichtsratschef des Versicherungskonzerns Allianz. Wie Leibinger-Kammüller war er Laureat des Jahres 2020. Weil die Zeremonie aber wegen der Pandemie ausgefallen war, wurde er in diesem Jahr geehrt. Sein Laudator, der ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratschef von BASF, Jürgen Hambrecht (75), hob Diekmanns Managementfähigkeiten gerade in den Krisenjahren heraus.

"Michael Diekmann ist ein Solitär unter den Wirtschaftsführern in unserem Land", sagte Hambrecht. "Er ist ein Gegenentwurf zu vielen Selbstdarstellern, er braucht keine Verbrüderung und kein ständiges Schulterklopfen – er bleibt lieber unangenehm und baut dafür auf sein Team, das sich extrem auf ihn verlassen kann."

Die Auswahl der Preisträger obliegt einer Fachjury. Sie besteht aus Simone Bagel-Trah, der Aufsichtsratsvorsitzenden von Henkel, dem Chef der Robert Bosch Industrietreuhand, Franz Fehrenbach, dem Chefkontrolleur von Lufthansa und Eon, Karl-Ludwig Kley, sowie dem Aufsichtsratschef von BMW, Norbert Reithofer. Hinzu kommt das Votum der Chefredaktion des manager magazins.

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