Aktie haussiert Grenke erhält Testat für Jahresbilanz

Der britische Investor Fraser Perring hat dieses Mal offensichtlich falsch gelegen: Der Wirtschaftsprüfer KPMG hat die Grenke-Bilanz ohne Einschränkungen abgenickt. Vorstandschefin Antje Leminsky triumphiert.
"Wir haben geliefert": Grenke-Chefin Antje Leminsky freut sich über das Testat für die Jahresbilanz

"Wir haben geliefert": Grenke-Chefin Antje Leminsky freut sich über das Testat für die Jahresbilanz

Foto: Bernd Opitz / Grenke

Der wegen seiner Bilanzierung kritisierte Leasingspezialist Grenke hat nach eigenen Angaben von der Prüfungsgesellschaft KPMG ein uneingeschränktes Testat für den Konzernabschluss 2020 bekommen. "Wir haben geliefert. Mit dem uneingeschränkten Testat gewinnen wir Vertrauen zurück2, sagte Grenke-Chefin Antje Leminsky (49) laut einer Mitteilung vom Montag.

Das auf Leasing von IT und Büroausstattung spezialisierte Unternehmen wurde im vergangenen Herbst vom britischen Investor Fraser Perring (46) mit Vorwürfen der Bilanzmanipulation, Betrug und Geldwäsche überzogen. Gleichzeitig hatte Perring auf einen Absturz der Aktien gewettet. Von der Attacke haben sich die Papiere bisher nicht wirklich erholt. Am Montag gingen die Titel mit 32 Euro aus dem Handel. Vor der Attacke Perrings kosteten sie doppelt so viel. Nach der Mitteilung des Konzerns am Montag sprang die Grenke-Aktie auf der Handelsplattform Tradegate allerdings um rund 14 Prozent nach oben.

Wie Grenke am Montag weiter mitteilte, wird das Unternehmen seinen Aktionären mit 26 Cent pro Aktie für 2020 eine überraschend deutlich niedrigere Dividende als bisher zahlen. Analysten hatten hingegen mit 71 Cent gerechnet. Für 2019 erhielten die Anteilseigner noch 80 Cent pro Aktie.

Der Konzerngewinn nach Steuern für das vergangene Jahr liegt den Angaben zufolge bei 88,4 Millionen Euro - 8,5 Millionen Euro mehr als in den vorläufigen Zahlen anvisiert. Dies begründet der Leasingdienstleister mit einer Korrektur der Risikovorsorge im Vorjahr. Zuvor hatte der Konzern schon diese Möglichkeit angedeutet.

Sowohl die Corona-Pandemie als auch die Sonderprüfungen haben den Gewinn von Grenke belastet. Weil der Konzern "Basiskriterien" verletzte, flog die Aktie aus dem SDax. Jetzt sieht der Konzern sich wieder im Angriffsmodus: "Wir haben geliefert. Mit dem uneingeschränkten Testat gewinnen wir Vertrauen zurück", sagte Chefin Antje Leminsky (49) der Mitteilung zufolge.

mg/dpa-afx, Reuters
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