Nach Lieferdienst-Aus Gorillas übernimmt 800 Fahrradkuriere von Foodpanda

Kurz vor Weihnachten erklärte der Lieferriese Delivery Hero, sein Deutschlandgeschäft unter der Marke Foodpanda aufzugeben. Für den Mitbewerber Gorillas kommt der Nachschub an Arbeitssuchenden gerade recht.
Gorillas-Fahrer in Berlin

Gorillas-Fahrer in Berlin

Foto: TOBIAS SCHWARZ / AFP

Dass der Schnell-Lieferdienst Gorillas mitunter beträchtliche Probleme damit hat, genügend Mitarbeiter zu finden, konnte in den vergangenen Wochen jeder sehen, der die App benutzte. Lebensmittel in zehn Minuten verspricht das Start-up eigentlich. Tatsächlich waren in den Wintermonaten Wartezeiten von über eineinhalb Stunden an der Tagesordnung, manche Bezirke mussten sogar zeitweise geschlossen werden.

Nun hat Chef Kağan Sümer Glück im Unglück: Vor wenigen Tagen erst erklärte der Branchenriese Delivery Hero seinen Rückzug vom deutschen Markt. Das Unternehmen, das auch an Gorillas beteiligt ist, war im vergangenen Sommer mit der Marke Foodpanda in sechs Städten gestartet und gab das Abenteuer vor wenigen Tagen schon wieder auf. Dadurch aber werden hunderte Fahrradkuriere frei – ein Geschenk für Sümer und sein Unternehmen, das vor Kurzem Dutzenden streikenden Mitarbeitern gekündigt hatte.

Nahtloser Übergang?

Für die 800 Fahrradkuriere, die für Foodpanda tätig waren, ändert sich nun erstmal wenig. Ihnen wurde per Mail mitgeteilt, dass sie künftig für den Schnell-Lieferdienst Gorillas ausliefern sollen, allerdings mit einem vorerst ungeklärten Arbeitgeber. »Mittelfristig kann Ihr Arbeitsverhältnis auf Gorillas übertragen werden«, heißt es in dem Schreiben, das Fahrer in sozialen Netzwerken öffentlich machten. Bis dahin arbeiten sie weiter für das Tochterunternehmen pandalogistics.

Die Konkurrenz im Liefergeschäft wird indes immer stärker. Neben Marktführer Just Eat Takeaway (Lieferando) will derzeit auch der US-Fahrdienstvermittler Uber mit seinem Dienst Uber Eats in Deutschland stärker Fuß fassen. Darüber hinaus strebt der US-Anbieter Doordash unter anderem mit dem geplanten Zukauf des finnischen Anbieters Wolt nach Europa und Deutschland, startete zuletzt aber auch schon unter eigener Flagge in Stuttgart.