Gewinn fast verdoppelt Aktien statt Kredite - Börsenboom treibt Goldman-Gewinn in die Höhe

Wenn's an der Börse brummt, profitieren Investmentbanken wie Goldman Sachs. Dank des Handels mit Anleihen, Aktien, Devisen und Börsengängen haben die Edelbanker ihren Quartalsgewinn fast verdoppelt - im Gegensatz zu Konsumentenbanken wie BoA oder Citi.
Goldman Sachs hat im dritten Quartal den Gewinn fast verdoppelt - auf 3,5 Milliarden Dollar

Goldman Sachs hat im dritten Quartal den Gewinn fast verdoppelt - auf 3,5 Milliarden Dollar

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

Der florierende Börsenhandel in der Corona-Krise hat der US-Investmentbank Goldman Sachs ein starkes drittes Quartal beschert. Der Gewinn kletterte im Jahresvergleich um 94 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar (3,0 Milliarden Euro), teilte der Finanzkonzern am Mittwoch in New York mit. Die Erträge steigerte Goldman um 30 Prozent 10,8 Milliarden Dollar, in vielen Geschäftsbereichen gab es deutliche Zuwächse.

Besonders rund lief es in der für den Wall-Street-Riesen so wichtigen Handelssparte mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen. Hier legten die Erlöse um 49 Prozent zu. Gute Zuwächse verbuchten auch die Vermögensverwaltung und das klassische Investmentbanking, zu dem die Betreuung und Beratung von Unternehmen bei Börsengängen zählt. Weltweit gab es zahlreiche Börsengänge, zugleich fragten Kunden mehr Produkte zur Absicherung von Portfolien nach. Investmentbanken nehmen damit mehr Gebühren ein. Das hatte sich auch beim schärfsten Wettbewerber JP Morgan am Vortag gezeigt. Die Investmentbank hatte für das dritte Quartal überraschend einen Gewinnanstieg auf 9,44 Milliarden Dollar ausgewiesen. Analysten hatten einen Gewinnrückgang erwartet. Die Aktie von Goldman Sachs reagierte am Mittwoch mit deutlichen Kursgewinnen.

Im Gegensatz zu anderen US-Großbanken ist das Privatkundengeschäft im Massenmarkt von Goldman sehr überschaubar. Deshalb halten sich auch die Rückstellungen für drohende Kreditausfälle in Grenzen, was der Bilanz zugute kommt. Der Konzern legte zuletzt weitere 278 Millionen Dollar beiseite - und damit mehr als 80 Prozent weniger als im Vorquartal. Insgesamt übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten klar.

Anders dagegen die Bank of America als auch der Wettbewerber Citigroup - beide US-Banken sind stärker im Privatkundengeschäft engagiert und bekommen damit nicht nur die Kaufzurückhaltung der durch die Corona-Krise teils arbeitslos gewordenen Kunden zu spüren, sondern müssen auch Geld für den drohenden Ausfall von Privatkrediten zurücklegen. Die Quartalsgewinne beider Großbanken gaben deutlich nach.

rei/dpa-afx/Reuters
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