Paycom-Chef Chad Richison Gestatten, der wahrscheinlich bestbezahlte CEO in den USA

Vergessen Sie alles, was Sie über Topgehälter zu wissen glauben: Chad Richison, Gründer und Chef der US-Softwarefirma Paycom, erhielt für 2020 Bezüge, von denen Manager hierzulande nicht einmal zu träumen wagen.
Dicker Gehaltsscheck: Chad Richison gehört zu den Topverdienern in den USA

Dicker Gehaltsscheck: Chad Richison gehört zu den Topverdienern in den USA

Foto: Paycom / University of Central Oklahoma

Diese Vergütung erscheint verglichen mit hiesigen Verhältnissen exorbitant, und sie ist selbst für die USA mehr als großzügig: Chad Richison (50), Gründer und Chef der US-Gehalts-Softwarefirma Paycom, erhielt im vergangenen Jahr Bezüge in Höhe von insgesamt 211 Millionen Dollar - jedenfalls den Angaben zufolge, die das Unternehmen gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC gemacht hat. Eine unabhängige Analysefirma schätzt den Wert der aus fixen Bezügen und Aktienoptionen bestehenden Vergütung des Managers nach Angaben des "Wall Street Journals " sogar auf 702 Millionen Dollar. So oder so ist Richison damit der Zeitung zufolge der nach aktuellem Stand mit Abstand bestbezahlte Konzernchef im breiten US-Aktienindex S&P 500.

Teil von Richisons Gehaltspaket ist laut "WSJ" auch ein in Aussicht stehendes Aktienpaket, das das Vermögen des Firmenchefs in den kommenden zehn Jahren um mehr als zwei Milliarden Dollar mehren könnte. Dieser Teil der Vergütung werde aber nur wirksam, so die Firma, wenn sich der Aktienkurs im gleichen Zeitraum mehr als verdoppele. Steinreich ist Richison indes schon jetzt: Das US-Magazins "Forbes"  schätzt sein Vermögen auf 2,9 Milliarden Dollar. Nach Angaben des "WSJ" ist das Aktienpaket an Paycom, das der CEO  hält, gegenwärtig sogar 3,2 Milliarden Dollar wert. Richison ist Hauptanteilseigner an der Firma, die er 1998 gegründet hat und seither leitet.

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Paycom ist auf die Online-Abwicklung von Gehaltsabrechnungen spezialisiert und genießt auf diesem Gebiet Pionierstatus. Der Konzern mit Sitz in Oklahoma City gehört verschiedenen Medien zufolge zu den am schnellsten wachsenden in den USA, was sich auch am Aktienkurs ablesen lässt. 2020 steigerte Paycom, das inzwischen etwa 4200 Mitarbeiter beschäftigt, seinen Umsatz von rund 737 Millionen Dollar im Vorjahr auf rund 841 Millionen Dollar.

Mit seiner Vergütung ragt Paycom-CEO Richison nicht nur im laufenden Jahr aus der Masse der Firmenchefs heraus. Laut "WSJ" ist es zudem eines der fünf dicksten Gehaltspakete in den USA seit mindestens 2010. Die Spitze dieses Rankings nimmt nach wie vor Tesla-Chef Elon Musk (49) ein, der nach Angaben der Zeitung im Rahmen seines groß angelegten Vergütungsplans 2018 auf 2,3 Milliarden Dollar kam. Auf Platz zwei rangiert laut "WSJ" Apple-Chef Tim Cook (60) mit Bezügen im Wert von 378 Millionen Dollar im Jahr 2011.

Verglichen mit hiesigen Gepflogenheiten erscheint die Vergütung des Paycom-Chefs geradezu exorbitant. Selbst die Chefs der größten Konzerne Deutschlands kommen selten auf mehr als zehn oder 15 Millionen Euro an Bezügen im Jahr. Erst kürzlich ergab beispielsweise eine Analyse von Geschäftsberichten, dass die durchschnittlichen Gehälter der Vorstandschefs der 30 Dax-Konzerne im vergangenen Jahr um 28 Prozent auf 5,3 Millionen Euro gesunken sind. Topverdiener unter den Dax-Chefs war demnach Deutsche-Post-Chef Frank Appel (59) mit zehn Millionen Euro Gesamtvergütung.

Herausragend in der deutschen Unternehmenslandschaft ist zudem die Vergütung von Oliver Steil, dem Chef der Software-Firma Teamviewer. Er erhielt im vergangenen Jahr dem Geschäftsbericht des Unternehmens zufolge Bezüge von insgesamt mehr als 71 Millionen Euro.

Paycom-Chef Richison indes zeigt sich offenbar durchaus großzügig ob seines Reichtums. Im vergangenen Jahr trat der Milliardär der Initiative "Giving Pledge" von Bill Gates (65) und Warren Buffett (90) bei, in deren Rahmen sich besonders vermögende Menschen verpflichten, den Großteil ihrer Gelder zu spenden. Richison rief darüber hinaus laut "WSJ" schon 2015 die Green Shoe Foundation ins Leben, eine Non-Profit-Organisation, die Menschen mit Kindheitstraumata Therapeuten zur Verfügung stellt. Zudem habe seine Familienstiftung bereits für andere Zwecke gespendet, so die Zeitung.

cr
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