Bester Geschäftsbericht Börsenfirmen im Härtetest

Welche Konzerne informieren ihre Anleger wirklich gut? Und wer versucht, mit Schönfärberei über mangelhafte Ergebnisse oder Risiken hinwegzutäuschen? manager magazin hat die Geschäftsberichte der wichtigsten deutschen und europäischen Unternehmen analysiert und prämiert die Topreports.
Von Patricia Döhle

Hamburg/Frankfurt am Main - Alljährlich untersucht das manager magazin die Geschäftsberichte der wichtigsten börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland und Europa. Rund 200 Reports aus dem Dax, MDax, SDax, TecDax und dem europäischen Börsensegment Stoxx 50 wurden geprüft. Hinzu kamen alle Börsenneulinge, die sich im vergangenen Jahr im Prime Standard der Deutschen Börse notieren ließen. Der mm-Wettbewerb ist der umfassendste Vergleich in Deutschland und einer der größten weltweit.

Mit Adidas (Kurswerte anzeigen) hat jetzt wieder ein Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) den besten Geschäftsbericht erstellt. Der Sportartikelhersteller erhielt im Rahmen eines Festakts in Frankfurt die Plastik "Der Rufer", gestaltet von Vadim Sidur, vor allem auch für den sehr guten Prognose- und Risikobericht.

Den zweiten Platz im Gesamtranking erreichte der Vorjahressieger Gildemeister  aus dem MDax. Platz drei belegt mit der Fresenius Medical Care  ein weiterer Dax-30-Wert.

Im TecDax konnte sich Bechtle  den Spitzenplatz sichern. Sieger im SDax  wurde das Marktforschungsinstitut GfK . Das Rennen im europäischen Index Stoxx 50  machte das Schweizer Unternehmen Roche .

Im Vergleich zum Vorjahr ist die durchschnittliche Gesamtbewertung spürbar gesunken. Der Grund: 2007 mussten sämtliche börsennotierten europäischen Unternehmen zum ersten Mal ihren Geschäftsbericht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellen. Für einige Unternehmen gestaltete sich insbesondere der damit verbundene umfangreicher gewordene Anhang mit detaillierten Angaben noch schwierig.

Jury prüft Berichtseffizienz

Die Geschäftsberichte werden in den Kategorien Inhalt, Gestaltung und Sprache bewertet. Die wissenschaftliche Leitung lag, wie auch in den Vorjahren, bei Professor Jörg Baetge, Leiter des gleichnamigen Forschungsteams der Universität Münster. Die Gestaltung prüfte Gisela Grosse, Professorin für Corporate Design an der Fachhochschule Münster, die sprachliche Qualität Professor Rudi Keller vom Germanistischen Seminar der Universität Düsseldorf (siehe: "Methode: So werden die Reports bewertet").

Die fünf besten Berichte aus jedem Index wurden zusätzlich von einer Jury aus erfahrenen Kapitalmarktexperten auf ihre Prägnanz, Glaubwürdigkeit und Berichtseffizienz hin geprüft. Mitglieder der manager-magazin-Jury sind Elisabeth Weisenhorn (Weisenhorn & Partner), Arno Balzer (manager magazin), Klaus Rainer Kirchhoff (Kirchhoff Consult), Christian Strenger (DWS) und Xaver Zimmerer (Interfinanz).

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