Die bestbezahlten Hotel-CEOs der Welt Wo ein Chef fast 900mal so viel Geld verdient wie seine Angestellten

Die Coronapandemie war für viele Hotel- und Reisekonzerne eine Katastrophe. Dennoch sind die Gehälter in den Chefetagen der Branche nochmals gestiegen. Top-Verdiener Bob Goldstein, Chef der Las Vegas Sands Corporation, verdient fast 900mal so viel wie seine Angestellten.
Der Infinitypool auf dem Dach des Hotels Marina Bay Sands in Singapur gehört zu den besten Hoteladressen weltweit. Chef Rob Goldstein ist Topverdiener der Branche.

Der Infinitypool auf dem Dach des Hotels Marina Bay Sands in Singapur gehört zu den besten Hoteladressen weltweit. Chef Rob Goldstein ist Topverdiener der Branche.

Foto: Vivek Prakash/ REUTERS

Hotels geschlossen, der Reiseverkehr erlahmt – das Jahr 2021 war eine Herausforderung für Tourismusunternehmen überall auf der Welt. Die Coronapandemie führte zu einem drastischen Rückgang bei Reisen, allen voran Hotels, Reise- und Kreuzfahrtkonzerne, aber auch Fluggesellschaften litten unter teils dramatischen Umsatzeinbrüchen.

Dennoch gehören die CEOs von Hotelketten nicht automatisch zu den Verlierern der Pandemie. Robert Goldstein (66), CEO der Las Vegas Sands Corp , kam beispielsweise 2021 auf einen Verdienst von 31 Millionen Dollar, ermittelte der US-Branchendienst "Skift" . Dabei verbuchte das US-Unternehmen 2021 einen Verlust nach Steuern von 961 Millionen Dollar. Der Umsatz lag bei 4,234 Milliarden Dollar.

Las Vegas Sands gehörte lange zu den umsatzstärksten Casinobetreibern in Las Vegas, hat aber mittlerweile seinen Schwerpunkt auf den asiatischen Markt gelegt. Im März 2021 verkaufte der Konzern das Venetian Resort Las Vegas, das Sands Expo sowie das Convention Center für 6,25 Milliarden Dollar an den Investor Apollo und seine Partner. Goldstein, der erst im Januar 2021 den CEO-Posten übernommen hatte, bekräftigte, mit dem Geld das Geschäft in Asien, vor allem in Macao und Singapur vorantreiben zu wollen. Zu den Hotelketten des Konzerns gehört das Flaggschiff Marina Bay Sands in Singapur, das für seinen Infinitypool auf dem Dach des Hochhauses berühmt ist, sowie das The Londoner Macao in der Sonderverwaltungszone in China.

Als zweitbestbezahlten Hotel-CEO hat "Skift" Mark Hoplamazian (58) von Hyatt Hotels & Resorts  mit 24 Millionen Dollar ausgemacht. Gefolgt von Christoph Nassetta (58) der Kette Hilton Hotel & Resorts  mit 23,3 Millionen Dollar. Berücksichtigt wurden für die Aufstellung neben den Grundgehältern auch Boni, Aktienoptionen sowie weitere Extras.

Hyatt hatte 2021 ebenfalls einen Verlust eingefahren. Der Umsatz lag bei 3,028 Milliarden Dollar, das Minus belief sich auf 222 Millionen Dollar nach minus 703 Millionen Dollar im Jahr 2020. Trotz der angespannten Situation durch die Coronapandemie wagte Hyatt eine der größten Übernahmen seiner Unternehmensgeschichte. 2,7 Milliarden Dollar ließ sich der Hotelkonzern die Übernahme der Apple Leisure Group (ALG) kosten. Das US-amerikanische Unternehmen bietet Management-, Reise- und Hotelleriedienste im Luxusbereich. Verkäufer waren KKR und KSL Capital Partners. Hyatt baute mit dem Kauf sein Hotelangebot deutlich aus, denn zu ALG gehören weltweit über 100 AMR-Häuser, hieß es Anfang 2021 in einer Mitteilung .

Die hohen Gehälter mögen als Anreiz für das erfolgreiche Führen von Unternehmen in schwierigen Zeiten angesehen werden. Auf jeden Fall hat sich der Abstand zu den Beschäftigten in den Konzernen teils vergrößert. Wie "Skift" ebenfalls ermittelte lagen die Gehälter der Spitzenmanager bis zu 866-mal höher als das Mediangehalt der Angestellten. Im Durchschnitt liegt das Lohngefälle laut einer Studie des US-amerikanischen Instituts for Policy Studies (IPS)  bei 670 zu eins, ein Jahr zuvor war es noch 604 zu eins.

Im Vergleich: Lufthansa-Chef Carsten Spohr (55) verdiente im vergangenen Jahr 2,547 Millionen Euro, heißt es im Vergütungsbericht der Airline . Um ein Vielfaches höher fiel dagegen der Verdienst von Ex-Zalando-Chef Rubin Ritter (40) aus, der im vergangenen Jahr 42,5 Millionen Euro erhielt. Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte (57) bekam hingegen 6,91 Millionen Euro. Eines der größten Lohngefälle hat IPS übrigens bei Amazon ausgemacht: CEO Andy Jassy (54) wurde 2021 mit insgesamt 212,7 Millionen Dollar vergütet und lag damit 6.474 mal höher als das durchschnittliche Gehalt eines Amazon-Arbeiters mit 32.855 Dollar im Jahr.

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