Luxussportwagen Warum Geely jetzt doch bei Aston Martin einsteigt

Geely-Gründer Li Shufu fügt seiner Sammlung eine weitere Auto-Marke hinzu: Der Autokonzern, der auch an Mercedes beteiligt ist, beteiligt sich an am britischen Luxusautobauer. Dort war die Not offenbar zu groß geworden.
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NEIL HALL / EPA

Die Geely Group habe einen Anteil von 7,6 Prozent an der britischen Luxusautomarke Aston Martin Lagonda erworben, teilte Geely am Freitag mit. Man freue sich auf die zukünftige Zusammenarbeit. Geely zählt zu den größten privaten Autoherstellern Chinas.

Geely-Gründer Li Shufu setzt damit seine Expansionsstrategie fort. Zum Geely Konzern gehören bereits Volvo sowie der Elektroauto-Hersteller Polestar aus Schweden sowie die britische Marke Lotus. Mit einem Anteil von knapp 10 Prozent zählt Geely auch zu den größten Einzelaktionären von Mercedes-Benz.

Ein Sprecher von Aston Martin Lagonda teilte mit, dass man rund 730 Millionen Euro von Investoren erhalten haben. Zu den Geldgebern zählten Geely und Saudi Arabien. Mit dem Geld will Aston Martin die Schuldenlast senken sowie seine langfristige Wachstumsstrategie beschleunigen, hieß es.

"Wir freuen uns darauf, mit Aston Martin zusammenzuarbeiten", sagte Geely-Chef Daniel Donghui Li. Man werde Möglichkeiten erkunden, um durch eine Zusammenarbeit beide Seiten zu stärken.

Not der Briten wurde offenbar zu groß

Im Juli hatte Aston Martin einen ersten Vorstoß Geelys noch abgelehnt. Nun wurde die Not der Briten offenbar zu groß. Im ersten Halbjahr hat die Marke lediglich 2676 Neuwagen verkauft. Der operative Verlust schwoll im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 137 Prozent auf nahezu 90 Millionen britische Pfund an. Die Aktie des Luxusautobauers hat binnen eines Jahres mehr als 80 Prozent an Wert verloren. Im Mai vollzogen die Briten zudem einen Chefwechsel, der ehemalige Ferrari-Veteran Amedo Felisa (76) ersetzte Tobias Moers (56).

Felisa soll einen radikalen Wandel orchestrieren. Bekannt für Sportwagen mit großen V-Motoren, will Aston Martin ab Mitte des Jahrzehnts mehr und mehr zum Elektroautobauer mutieren. Noch fehlt dafür allerdings die passende Plattform. Spekuliert wurde immer wieder über eine Partnerschaft mit Lucid Motor. Dort ist der saudische Staatsfonds, wie erwähnt nun ebenfalls Anteilseigner von Aston Martin, Hauptinvestor. Ebenfalls vorstellbar: eine Kooperation mit der Mercedes-Tochter AMG. Auch Mercedes hält Anteile an Aston Martin, die Briten greifen bei den Motoren für ihre Sportwagen immer wieder ins Regal der Schwaben.

Nun könnte sich allerdings auch Geely als Plattformpartner für Aston Martin in Position bringen. Das Knowhow dafür haben die Chinesen, zu sehen beispielsweise bei Polestar oder Lotus.

la/sey
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