Finanzhilfen Geberkonferenz sammelt 6,5 Milliarden Dollar für die Ukraine ein

Bei einer von Polen und Schweden organisierten internationalen Geberkonferenz für die Ukraine sind mehr als 6,5 Milliarden Dollar zusammengekommen. Deutschland erhöht seine Hilfen auf rund 550 Millionen Euro. Präsident Selenskij wünscht sich einen Marshall-Plan für die Ukraine.
Auf der Geberkonferenz in Warschau: Mateusz Morawiecki (l), Ministerpräsident von Polen, Denys Schmyhal, Ministerpräsident der Ukraine, und Magdalena Andersson, Ministerpräsidentin von Schweden (rechts)

Auf der Geberkonferenz in Warschau: Mateusz Morawiecki (l), Ministerpräsident von Polen, Denys Schmyhal, Ministerpräsident der Ukraine, und Magdalena Andersson, Ministerpräsidentin von Schweden (rechts)

Foto: Michal Dyjuk / dpa

Eine internationale Geberkonferenz für die Ukraine-Flüchtlingshilfe in Warschau hat Zusagen in Milliardenhöhe eingebracht. Insgesamt seien mehr als 6,5 Milliarden Dollar zusammengekommen, sagte Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki am Donnerstag in seiner Abschlussrede. Umgerechnet sind dies mehr als 6,17 Milliarden Euro. "Der heutige Tag hat gezeigt, dass unsere Unterstützung für die Ukraine weitergeht und es keinen Egoismus unter uns gibt", so Morawiecki.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat im Rahmen der Konferenz weitere Finanzhilfen für das Land angekündigt. Deutschland habe bereits 430 Millionen Euro bereitgestellt, um die katastrophalen Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für die weltweite Ernährungssicherheit abzumildern, sagte Scholz am Donnerstag in einer Videobotschaft. "Heute sagen wir weitere 125 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Ukraine gegen die russische Aggression zu."

Um die Liquidität des ukrainischen Haushalts zu garantieren, werde die Bundesregierung zudem die Bereitstellung eines weiteren Kredits in Höhe von 150 Millionen Euro vorbereiten. Ein erstes Sonderdarlehen in dieser Höhe sei gerade ausgezahlt worden, sagte Scholz.

Die von Polen und Schweden gemeinsam organisierte Geberkonferenz sollte Geld für humanitäre Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine sammeln. Partner der Konferenz sind die Präsidenten der Europäischen Kommission und des Europäischen Rates. Auch die Vereinten Nationen beteiligen sich. Der zugeschaltete ukrainische Präsident Selenskij sprach von einem nötigen "Marshall Plan" für den Wiederaufbau der Ukraine.

Die Europäische Union kündigte ein neues Hilfspaket im Umfang von 200 Millionen Euro an. Es soll den mehreren Millionen vertriebenen Menschen in dem Land zugute kommen, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Konferenz sagte.

Nach Angaben der EU-Kommission haben seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bereits an die acht Millionen Menschen ihre Heimatorte verlassen, um an anderen Orten Schutz zu suchen. Hinzu kommen mehr als 5,3 Millionen Menschen, die die Ukraine verlassen haben, um in der EU und den Nachbarländern Zuflucht zu finden. Vor Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar lebten in dem Land 44 Millionen Menschen.

la/dpa